Zeughaus Berlin
Das Zeughaus Berlin wurde unter Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg als Waffenarsenal erbaut und 1948 aufgelöst. Unter den nach 1945 verstreuten Sammlungen befand sich auch eine Bibliothek. Heute ist das Zeughaus das älteste Gebäude Unter den Linden und Sitz der Stiftung Deutsches Historisches Museum.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Die Grundsteinlegung des Zeughauses erfolgte 1695 unter Kurfürst Friedrich III. Ab 1730 diente das Gebäude als Waffenarsenal. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde das Haus zur Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee umgebaut und im Zeughaus ein Artilleriemuseum eingerichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Verwaltung vom Kriegsministerium an die Preußischen Kunstsammlungen über. Von den Nationalsozialisten als Heeresmuseum genutzt, wurde der Bau in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. Die Sammlungen, die auch eine Bibliothek umfassten, wurden zu großen Teilen zerstreut.
Nach 1945 waren ca. 6.800 Bände der Bibliothek im Zeughaus verblieben. Zunächst wurde die nationalsozialistische Literatur ausgesondert und an die Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek abgegeben. Bei der Auflösung der Arbeitsstelle für spezielle Forschungsliteratur der Deutschen Staatsbibliothek 1992/1993 wurden diese Bestände den Herkunftsbibliotheken zur Rücknahme angeboten.
Die nach der Aussonderung verbliebenen Restbestände wurden 1948 aufgeteilt und an die Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek (1.468 Bände), die Hochschule für Kunst und Gestaltung in Weißensee (2.724 Bände) und das Deutsche Institut für Zeitgeschichte (1.992 Bände) abgegeben.
Als 1952 das Museum für Deutsche Geschichte gegründet wurde, erließ das Staatssekretariat für Hochschulwesen am 24. Juni 1953 eine "Anordnung über die Erfassung der Bestände des ehemaligen Zeughauses zu Berlin", die alle Gegenstände des ehemaligen Zeughauses dem neugegründeten Museum überwies.
1990 wurde das Museum für Deutsche Geschichte durch einen Beschluss des Ministerrates der letzten DDR-Regierung aufgelöst. Im Zuge der Wiedervereinigung bestimmte die Bundesregierung 1992 das Zeughaus als endgültigen Sitz für das im Aufbau befindliche Deutsche Historische Museum.
Provenienzmerkmale
Königliches Zeughaus (Berlin)
1814-1918
Preußen. Königliche Zeughausverwaltung
ca. 1875 bis 1924
Staatliches Zeughaus (Berlin). Bibliothek
1924 bis 1940
Staatliches Zeughaus (Berlin)
1940 bis 1945
Ermittelte Exemplare
SB Berlin
Schlüsselseiten aus nicht vollständig digitalisierten Exemplaren:
- Exemplarschlüsselseiten zu Anhaltspunkte für die Ausbildung am Maschinengewehr
- Exemplarschlüsselseiten zu L'œuvre du Comité National de Secours et d'Alimentation pendant la guerre
Weblinks
Literatur
- Klaudia Charlotte Lenz, Matthias Miller, Zeiten & Seiten. 200 Jahre Bibliotheken im Berliner Zeughaus, Berlin 2022.