Von Veltheim Fideicommiss

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Das von Veltheim Fideicommiss regelte Teile der Erbfolge der weitverzweigten Adelsfamilie von Veltheim.

Geschichte

Der Familienbesitz der Veltheims erweiterte sich ab 1308 ausgehend vom Herrschaftssitz Harbke. 1406 teilte sich das Adelsgeschlecht in eine schwarze und eine weiße Linie. 1585 kauften die Veltheims auf Harbke die Wasserburg in Ostrau. Ostrau bildete neben Harbke das zweite Hauptgut der schwarzen Linie der Familie von Veltheim, die hier 1713–1718 ein Barockschloss errichtete. Von 1744–1927/38 [1] war die Sukzession in diesen Hauptgütern über ein Familienfideikommiss geregelt, welches Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund weitreichender Veränderungen im Status Ostraus aktualisiert wurde. Die Grundzüge der Lehens- und Fideikommissverhältnisse[2] wurden im sogenannten Eckernkruger Vertrag vom 21. Juli 1881 geregelt. Der Familienverband von Veltheim setzte eine Neuordnung auf, die ab dem 1. März 1884 mittels einer „Stifterurkunde“ das Familienfideikommiss erweiterte und verfügte, dass der Besitz (u.a. eine Bibliothek und das Gutsarchiv)[3] vor Zersplitterung geschützt wird. Im Jahr 1900 übernahm Franz von Veltheim (1856-1927) das Fideikommiss, das bis zu seinem Tod an seine Person gebunden blieb [4]. Mit dem Tod von Franz von Veltheim am 19. Oktober 1927 erlosch die Fideikommissregelung. Obwohl das Fideikommissrecht bereits 1919 abgeschafft worden war, fiel Ostrau nach jahrelangen Erbrechtsstreitigkeiten an den ältesten männlichen Nachfolger. Der Kosmopolit, Weltreisende, Schriftsteller und Anthroposoph Hans-Hasso von Veltheim-Ostrau verfügte bis zu seiner Enteignung (12. Oktober 1945) im Zuge der Bodenreform in Sachsen-Anhalt frei über die Ostrauer Besitzungen; also auch über das Gutsarchiv[5] und die Schlossbibliothek.

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

Siehe auch

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. 1927=Tod von Franz von Veltheim./1938=Das Gesetz über das Erlöschen der Familienfideikommisse und sonstiger gebundener Vermögen vom 6. Juli 1938
  2. Karl Klaus Walther: Hans Hasso von Veltheim. Eine Biographie. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, S. 102ff.
  3. John Palatini: Hans-Hasso von Veltheims Bibliothek – eine Annäherung, in: John Palatini, Georg Rosentreter (Hrsg.): Das Erbe der Veltheims. Schloss, Park und Kirche Ostrau (Ostrauer Schriften, 2). Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014, S. 86.
  4. Karl Klaus Walther: Hans Hasso von Veltheim. Eine Biographie. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, S. 102ff.
  5. Gutsarchiv Ostrau, Landesarchiv Sachsen-Anhalt bei DDB; Adelsarchive im Landeshauptarchiv, Sachsen-Anhalt, Übersicht über die Bestände; bearbeitet von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar, Selbstverlag des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt Magdeburg 2012, S.234 ff.