Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine, Abteilung Bibliothek-Archiv

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Die Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine stand als Gesellschaft mit beschränkter Haftung in enger Beziehung zum Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften (ZdK), der 1902 als sozialdemokratisches Gegenmodell zum bürgerlich-konservativen Allgemeine Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften gegründet wurde.Zur Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine gehörte auch eine Abteilung für Bibliothek und Archiv.

Geschichte

Einen großen Anteil an der Gründung des ZdK hatte der Hamburger Heinrich Kaufmann, der 1903 zum Sekretär des neu gegründeten ZdK gewählt wurde. Kaufmann, ehemaliger Lehrer und SPD-Mitglied, hatte zuvor den Wochenbericht der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine m.b.H., Hamburg (GEG) betreut und zudem eine Schriftleitung innerhalb der GEG etabliert. Aus letzterer ging die Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine hervor, deren Druckerei in einem großen, heute nicht mehr erhaltenen Fabrikgebäude am Berliner Tor in Hamburg untergebracht war.

Zu den Aufgaben der Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine zählten die Publikation und Verbreitung von Zeitungen, Jahrbüchern und anderen Schriften des ZdK. Sowohl die Konsumvereine als auch die Verlagsgesellschaft boomte im Deutschen Kaiserreich. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg stieg der Umsatz der Verlagsgesellschaft in fünf Jahren von einer halben auf vier Millionen Reichsmark.

Der ZdK unterhielt ebenso Beziehungen zu Genossenschaften im Ausland, die auch nach Kriegseintritt 1914 nicht einrissen. So gab Kaufmann als Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft zu Kriegszeiten das Internationale Genossenschafts-Bulletin, das zentrale Organ des Internationalen Genossenschaftsbundes (IGB) heraus. Während die Hauptredaktion des IGBs in London saß, wurden in Hamburg die Texte übersetzt und von Kaufmann kommentiert. 1.500 deutschsprachige Abonnent*innen bezogen das Bulletin.[1]

Am 2. Mai 1933 besetzte die SA das Verwaltungsgebäude des ZdK in Hamburg und löste diesen auf.[2]

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise