Theodor Wenzel
Theodor Wenzel (*1895 in Grünberg i. Schlesien; † 1954 in Berlin) war ein deutscher Theologe, Pfarrer und Kirchenrat.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Wenzel leitete seit 1927 den Provinzial-Ausschuss für Innere Mission in der Provinz Brandenburg. Nach Kriegsende war er Direktor des Zentralausschusses für Innere Mission-Ost, der Inneren Mission in Berlin und der Provinz Brandenburg und leitete den Christlichen Zeitschriftenverlag. Ab 1949 wirkte er als Lehrbeauftragter der Kirchlichen Hochschule Berlin-Zehlendorf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Emmi Wenzel, die er 1922 heiratete, hatte er zwei Töchter, Dorothea (*1920) und Friedesine, verehel. Helmer (*1925).
Bibliothek
Im Zuge des Forschungsprojekts zur Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände und NS-Raubgut nach 1945 konnten in den Zugangsbüchern der Deutschen Staatsbibliothek (DSB) aus dem Jahr 1964 etwas über 40 Exemplare moderner Literatur aus der Bibliothek des Schwiegersohns von Theodor Wenzel, Martin Helmer, identifiziert werden. 33 davon befinden sich heute noch im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin. Bei der autoptischen Überprüfung dieser Bände wurde in zehn der Namenszug „Wenzel“ festgestellt. In der Regel auf dem Titelblatt der geprüften Exemplare platziert, tritt der Namen Wenzel manchmal in Kombination mit einer Jahreszahl, 1946, 1948, 1949, 1951 auf, wobei einige der Jahreszahlen nach einem Schrägstrich ihre Ergänzung in einer weiteren Ziffer finden: 1946/177; 1948/100; 1948/141; 1948/179. Es scheint, als habe Wenzel über seine Bucherwerbungen zumindest in den Jahren 1946 und 1948 genau Buch geführt bzw. eine Art Zugangsnummern vergeben. Das jüngste ihm zugeordnete Buch datiert in das Jahr 1953 und somit in das Jahr unmittelbar vor seinem Tod. Offenkundig übernahmen sein Schwiegersohn und seine jüngere Tochter nach Wenzels Tod dessen Bücher.
Provenienzmerkmale
Exemplare in der SBB
Suche einer Provenienz im OPAC der Staatsbibliothek zu Berlin: Wenzel+Theodor
Literatur
Arnim, Hans von: Theodor Wenzel. Ein Leben christlicher Liebe in der Wende unserer Zeit. Berlin(-Friedenau), 1960.
Dehnel, Regine: Übernommen, weiterverteilt, zerstreut. Die Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände und NS-Raubgut nach 1945. Frankfurt am Main: Klostermann 2024 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie; 126), S. 285–291.
Dehnel, Regine, Scheibe, Michaela: „Hinterlassene Bibliotheken“ nach „illegalem Abgang“. Vier Beispiele aus drei Jahrzehnten DDR-Geschichte. In: Enteignet, entzogen, verkauft. Zur Aufarbeitung der Kulturgutverluste in SBZ und DDR, herausgegeben von Mathias Deinert, Uwe Hartmann, Gilbert Lupfer, Berlin; Boston: De Gruyter, [2022], S. 112–122, hier S. 117–118.