Stadtbücherei Chemnitz. Abteilung Studienbücherei

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Die Stadtbücherei Chemnitz gliederte sich seit 1912 in eine Abteilung Studienbücherei und eine Abteilung „Bücher- und Lesehalle“.

Geschichte

Die Stadtbibliothek Chemnitz wurde 1869 mit einem Bestand von 444 Büchern gegründet. Es handelte sich dabei um eine Studienbibliothek für das Bürgertum. Erst 1912 wurde zusätzlich zur wissenschaftlichen Abteilung (Studienbücherei) eine Volksbücherei als „Bücher- und Lesehalle“ aufgebaut. Obwohl als Einheitsbibliothek gedacht blieben beide Bereiche getrennt. Der Bestand der Studienbücherei belief sich zu diesem Zeitpunkt auf etwa 48.000 Bände.

Die Studienbücherei war unter dem NS-Regime von „Säuberungsaktionen“ betroffen, sodass ein Teil des Bestandes gesperrt oder vernichtet wurde. Im März 1945 wurde die Stadtbücherei Chemnitz und ihre Bestände fast vollständig durch einen Bombenangriff zerstört. Lediglich ein Teil des wertvollen und daher ausgelagerten historischen Bestandes – darunter Handschriften und Inkunabeln – und 713 entliehene Bücher gelangten nach der Wiedereröffnung 1946 in die Stadtbibliothek Chemnitz zurück.

Ab 1953 wurde verstärkt die Absicht einer Einheitsbibliothek aus Studienbücherei und Volksbücherei verfolgt. Die Stadtbibliothek Chemnitz ging daher zunächst im Jahr 1954 in die „Stadt- und Bezirksbibliothek Karl-Marx-Stadt“ und ab 1990 in eine Zentralbibliothek unter dem Namen „Stadtbibliothek Chemnitz“ über.

Bestandsaufbau

Der Gründungsbestand der Stadtbibliothek basierte auf Schenkungen des Fabrikanten Jacob Georg Bodemer sowie auf der Übernahme der Lyzeumsbibliothek und ehemaliger Klosterbibliotheken.

Nach 1945 war der Bestandsaufbau ein vordringliches Anliegen aufgrund der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Neben antiquarischen Ankäufen wurden Restbibliotheken übernommen. Im Jahr 1948 nahm die Studienbücherei die Sammlung der „Vereins für Chemnitzer Geschichte“ mit ca. 5.000 Bänden als Grundlage einer Heimatgeschichtlichen Abteilung auf. Außerdem übernahm die Studienbücherei die Bücherei des Kunstgewerbevereins mit ca. 4.000 Bänden. [1]

Der historische Bestand der heutigen Stadtbibliothek Chemnitz umfasst ca. 160.000 Bände aus acht Jahrhundert, darunter Handschriften, Inkunabeln und Drucker des 16. und 17. Jahrhunderts. [2]

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

Stadtbibliothek Chemnitz:

SBB-PK Berlin:

Siehe auch

Literatur

  • Sabine Brendel, Bibliotheken in Chemnitz von den Anfängen bis 1945: Von der Liberey zur Stadtbibliothek. Teil 1, Chemnitz 1999.
  • Tina Goldammer, 145 Jahre Stadtbibliothek Chemnitz, in: BIS - Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 3 (2014), S. 158–161. Online-Version
  • Tina Goldammer, Sabine Schumann, „Stadtbibliothek Chemnitz“ [Stand 2015], in: Bernhard Fabian (Hg.), Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner, Hildesheim: Olms Neue Medien 2003. Online Version

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Vgl. Tina Goldammer, Sabine Schumann, „Stadtbibliothek Chemnitz“ [Stand 2015], in: Bernhard Fabian (Hg.), Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner, Hildesheim: Olms Neue Medien 2003. Online Version
  2. Vgl.Historische Sammlungen