Protokoll der Sitzung vom 11.9.2009

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Deutscher Bibliotheksverband

AG Handschriften und Alte Drucke

UAG: Provenienzforschung und Provenienzerschließung

4. Sitzung am 11. September 2009 in Weimar




Teilnehmer

  • Rita Albrecht (HeBIS-Verbundzentrale, Gast)
  • Annett Carius-Kiehne (HAAB Weimar, Protokoll)
  • Christina Hengel-Dittrich (AfS an der DNB, Gast)
  • Jana Kocourek (SLUB Dresden)
  • Norman Köhler (SLUB Dresden)
  • Annelen Ottermann (StB Mainz)
  • Dr. Kathrin Paasch (UFB Erfurt/Gotha)
  • Dr. Bernd Reifenberg (UB Marburg)
  • Michaela Scheibe (SB Berlin, Sprecherin)

Entschuldigt:

  • Reinhard Feldmann (ULB Münster)
  • Dr. Jürgen Weber (HAAB Weimar)


Tagesordnung

  1. Begrüßung, Protokoll der letzten Sitzung
  2. Provenienzerschließungsprojekt an der SLUB Dresden
  3. Provenienz-Normdaten: Nutzung der PND / GKD / SWD für die Provenienzerschließung
  4. Weiterentwicklung der kooperativen Provenienzerschließung: Aleph, GBV, HeBIS
  5. Neue Redaktion der Empfehlungen zur Provenienzverzeichnung


Begrüßung, Protokoll der letzten Sitzung (TOP 1)

  • Begrüßung der Teilnehmer durch Frau Scheibe als Sprecherin
  • Frau Kocourek und Herr Köhler werden als neue Mitglieder der UAG begrüßt
  • Genehmigung des Protokolls der Sitzung vom 3. Dezember 2008 in Münster


Provenienzerschließungsprojekt an der SLUB Dresden (TOP 2)

  • Vorstellung durch Frau Kocourek und Herrn Köhler
  • Systematische Provenienzerschließung des zwischen 1945 und 1990 in die Bibliothek gelangten Altbestandes: gesichtet wird dafür der komplette Altbestand, da die Zugänge ab 1945 nicht zu separieren sind, damit Prüfung von insgesamt ca. 250.000 Bänden
  • Projektlaufzeit: April 2009 - voraussichtlich Dezember 2012, finanziert vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
  • Anlaß: Prüfung von Restitutionsansprüchen nach Bodenreform-Enteignungen (insbesondere Haus Wettin)
  • Eingabe der Daten in hauseigene Access-Datenbank, parallel wird eine Bilddatenbank geführt mit Images der vorkommenden Evidenzen
  • Projektmitarbeiter: zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, eine Diplombibliothekarin und derzeit fünf, demnächst zehn wissenschaftliche Hilfskräfte
  • Provenienzerschließung nach Weimarer Modell wird angestrebt
  • Noch nicht öffentlich recherchierbar
  • Derzeit 14.000 Provenienzen erfaßt, davon 190 individualisiert und in Normdaten verankert
  • Personen und Körperschaften werden in PND bzw. GKD erfaßt
  • Verknüpfung zwischen den in Access erfassten Provenienzdaten und den Exemplardaten über Signatur


Provenienz-Normdaten (TOP 3)

  • In der PND wird das Teilbestandskennzeichen „v“ bereits angewandt (Kategorie 011), in der GKD noch nicht
  • Überschneidung zu Nutzungskennzeichen „v“ (Kategorie 012) wird von den Anwesenden als unproblematisch erachtet; bei zu großen Widerständen gegen die Eintragung „v“ als Teilbestandskennzeichen kann aber im Sinne einer zügigen Umsetzung auch ein „h“ gesetzt werden; bisherige Eintragungen würden automatisiert umgesetzt [so auch im DNB-Normdatenwiki verankert, Abstimmungszeitraum bis 12.10.09, Stand: 05.10.09]
  • Provenienzkommentar kann in die Kategorie 310 „Identifizierende Angaben zur Person“ gesetzt werden, Indikator „u“ (nicht-normierte sonstige identifizierende Angaben) und einleitende Wendung "Buchbesitz:": 310 |u|Buchbesitz: ...
  • Kategorie 485 (Elektronische Adresse der vCard):
    • Bisher nur Verlinkung zur Homepage vorgesehen (Einleitung: =u), Nutzung auch für URL zu Images von Provenienzkennzeichen
    • Neues Subfeld $3 für die Kennzeichnung der Images, 11 Deskriptoren aus dem T-PRO sind zur Nutzung angedacht (Vorschlag der HeBIS-AG an die EG Normdaten)
    • Nach Mitteilung der AfS vom 02.10.09 handelt es sich um folgende Deskriptoren: Autogramm, Etikett, Exlibris, Monogramm (auch f. Initialen), Notiz (f. Schriftproben), Porträt, Siegel, Signatur, Stempel, Wappen, Widmung

> Abstimmung über diese Auswahl innerhalb der UAG und mit der AAD beim GBV bis Ende Oktober 2009 [so auch im DNB-Normdatenwiki verankert, Stand: 05.10.09]

  • Für die Unterbringung weiterer recherchierbarer Informationen über Provenienzmerkmale (verbale Beschreibung von Motiven, Künstler / Stecher, Motto / Umschrift, Verwendungszeitraum) kann die Kategorie 485 in PND / GKD nicht dienen, zudem ist eine exakte Referenzierung des Provenienzmerkmals so nicht möglich

> Es empfiehlt sich die Nutzung sog. Werksätze in der SWD (künftig GND)

  • SWD-Werksätze können bereits vor Einrichtung der GND für die Provenienzverzeichnung genutzt werden, für die notwendigen Anpassungen ist ein eindeutiges Votum der provenienzerschließenden Bibliotheken bzw. der entsprechenden Gremien erforderlich
  • Abstimmung mit der SWD: Beschlußfassung von EG SE und EG Normdaten erforderlich
  • Innerhalb der UAG Provenienzen ergibt sich folgendes Bild: Die Bildung und Nutzung von Werksätzen wird von einem Teil der Mitglieder ausdrücklich gewünscht und unterstützt. Die Vertreter aus dem HeBIS-Verbund halten die Erstellung von Normsätzen als zu aufwändig und für die laufende Provenienzerschließungsarbeit in aller Regel nicht leistbar. Eine Nachnutzung vorhandener Werksätze ist jedoch vorstellbar.

> Ein Votum der AG Handschriften und Alte Drucke soll in der nächsten Sitzung am 15.10.09 abgegeben werden.
> Zusätzlich wird ein Votum der AAD beim GBV vorbereitet (nächste Sitzung am 20.10.2009 in Göttingen)
> Ende Oktober 2009 soll eine entsprechende Stellungnahme an die AfS an der DNB gehen
> Zu klären: Verlinkung von SWD-Sätzen in den Provenienzkategorien, Verknüpfung Werksatz-PND/GKD, Indexierung / Recherche

Weiterentwicklung der kooperativen Provenienzerschließung:
Aleph, GBV, HeBIS (TOP 4)

  • Aleph:
    • wird auf die nächste Sitzung vertagt, dann sind neue Erkenntnisse aus den Novembersitzungen der Kommission Altes Buch beim BVB und dem AK Altes Buch Rheinland und Westfalen (HBZ) zu erwarten

  • GBV:
    • ILN-übergreifende Suche auf Exemplarebene: kein neuer Stand [das Problem wurde inzwischen auf dem Partnertreffen OCLC/PICA vom GBV und vom HeBIS erneut dringlich gemacht]
    • Die in den lokalen Provenienznormdateien und der Drucker- und Verlegernormdatei eingerichtete Kategorie 744 (für Provenienzmerkmal/Druckermarke: Beschreibung, Inschrift, Verwendungszeitraum, Image) kann in PND-/GKD-Sätzen nicht angewandt werden > Möglichkeit der Umsetzung in SWD-Werksätze
    • Ein Vorschlag zur OPAC-Anzeige für Kategorie 744 liegt bei der VZG, Umsetzung voraussichtlich bis Ende 2009
    • Der verbundweiten Indexierung der Provenienzdaten steht die Mehrfachnutzung der auch für die Provenienzeinträge genutzten Kategorien im Weg > Lösung durch Zuweisung neuer (ausschließlich für Provenienzdaten zu nutzenden) Kategorien durch die VZG ist vorbereitet (20 Kategorien mit Indikatoren für Provenienzketten, 20 Kategorien für Verknüpfung zu den Normdatensätzen), entsprechende Vorgabe ist bei der VZG, noch nicht umgesetzt
    • Daten aus dem ST16 der SB Berlin inzwischen in den GVK eingespielt, Umsetzung der Provenienzen in Kategorie 4803, Konkordanz zur Datenumsetzung in Weimarer Modell steht noch aus
    • In den GVK eingespielte VD17-Daten: SBB erstellt Konkordanz für Umsetzung ihrer Provenienzdaten nach Weimarer Modell

  • HeBIS:
    • Startschuß zur Provenienzerschließung in WSB Mainz erfolgte im Mai 2009: OPAC-Recherche über „Provenienzen/Exemplarspezifika“ (prv-Index) möglich; um die Exemplardaten übersichtlich zu halten, wird ein Hinweis auf vorhandene Provenienz-Einträge zunächst nur als Link angezeigt und kann bei Interesse angesteuert werden
    • Verbundweite Provenienzrecherche ist bereits möglich (allerdings nicht in der WinIBW)
    • Aus der AG „Provenienzen“ ist die AG „Historische Bestände“ hervorgegangen, Vorsitz: Frau Annelen Ottermann


Neue Redaktion der Empfehlungen zur Provenienzverzeichnung (TOP 5)

  • Neufassung bis Ende 2009
  • In den Thesaurus sollen folgende neue Deskriptoren aufgenommen werden (noch nicht beschlossen):
    • Durchschossenes Exemplar
    • Makulatur
    • Porträt
  • Die Veröffentlichung der überarbeiteten Empfehlungen wird im Provenienz-Wiki erfolgen


Nächster Termin

28. Mai 2010, 11 Uhr, WSB Mainz