Protokoll der Sitzung vom 10.12.2010

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Datei:Protokoll DBV UAGP 10.12.10.pdf


Deutscher Bibliotheksverband

AG Handschriften und Alte Drucke

UAG: Provenienzforschung und Provenienzerschließung

6. Sitzung am 10. Dezember 2010 in Mainz

Teilnehmer

  • Constance Dittrich (UB Eichstätt-Ingolstadt)
  • Norman Köhler (SLUB Dresden)
  • Annelen Ottermann (StB Mainz)
  • Dr. Bernd Reifenberg (UB Marburg)
  • Michaela Scheibe (SB Berlin, Sprecherin)
  • Angelika Stresing (StB Mainz, Protokoll)

Entschuldigt:

  • Jana Kocourek (SLUB Dresden)
  • Reinhard Feldmann (ULB Münster)
  • Dr. Kathrin Paasch (UFB Erfurt/Gotha)
  • Dr. Jürgen Weber (HAAB Weimar)


Tagesordnung

1. Begrüßung, Protokoll der letzten Sitzung 2. Aktueller Stand Provenienz-Normdaten: SWD-Sätze für Provenienzmerkmale, Neue Version des Thesaurus der Provenienzbegriffe im ProvenienzWiki 3. Aktueller Stand in den Verbünden: GBV, HeBIS, SWD, Aleph 4. Digitalisierte Provenienzmerkmale im OPAC der WSB Mainz – Vorstellung des Geschäftsgangs 5. Verschiedenes


Begrüßung, Protokoll der letzten Sitzung (TOP 1)

  • Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Dr. Stephan Fliedner (Direktor der Bibliotheken der Stadt Mainz) und kurze Führung durch Lesesaal und Auskunftsbereich der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz
  • Frau Scheibe begrüßt als Sprecherin die Teilnehmer, insbesondere Frau Constance Dittrich aus der UB Eichstätt-Ingolstadt als neues Mitglied der UAG.

Frau Dr. Paasch (UFB Erfurt/Gotha) wird aus Termingründen aus der UAG ausscheiden. Herr Feldmann hat ebenfalls sein Ausscheiden aus Termingründen angekündigt; er bemüht sich derzeit um ein neues Mitglied, gedacht ist an eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter des HBZ (Frau Seiler ist leider längerfristig erkrankt, das HBZ hat jedoch die Entsendung eines geeigneten Vertreters zugesagt, Stand Febr. 2011).

  • Frau Stresing nimmt als Gast an der UAG teil
  • Das Protokoll der Sitzung vom 28. Mai 2010 in Dresden wird von den Anwesenden genehmigt.


Aktueller Stand Provenienz-Normdaten: SWD-Sätze für Provenienzmerkmale, Neue Version des Thesaurus der Provenienzbegriffe im ProvenienzWiki (TOP 2)

Frau Scheibe berichtet vom aktuellen Stand der Erfassung von Normdaten für Provenienzen. In der SWD wurde ein erster Testdatensatz für ein Provenienzmerkmal angelegt. Dabei zeigte sich, dass die Kategorie 810 SWD-Sachgruppe der DNB obligatorisch zu besetzen ist. Dieser und weitere Punkte der Formatbeschreibung der SWD-Sätze wurden gegenüber dem Entwurf verändert (aktualisierte Fassung s. Anlage). Die Kategorien im Einzelnen:

005 Gattung und Status
Alle Sätze für Provenienzmerkmale werden in Absprache mit der DNB mit Katalogisierungslevel 5 (Ts5) abgespeichert und nicht in der Sacherschließung genutzt. Wenn sich das Verfahren etabliert hat, kann ggf. ein höherer Level eingeführt werden.

808a Erläuterungen zum Schlagwort / Quellenangaben
Die Bibliotheken erfassen als Standortangabe immer den ISIL und nicht die Abkürzung ihres Namens. Der ISIL ist eindeutig und maschinenlesbar. Die vorgeschlagenen Nachschlagewerke sind in die "Liste der fachlichen Nachschlagewerke für SWD-Sätze" eingegangen. Die Liste kann bei Bedarf auch in Zukunft erweitert werden. Die Erfassung der Abkürzungen ist als Arbeitserleichterung gedacht, sie sind verbindlich zu nutzen. Alle anderen Quellenangaben werden ausgeschrieben.

Neu: 810 SWD-Sachgruppe der DNB
Das Feld ist in der Validation und muss deshalb verpflichtend besetzt werden, damit ein Datensatz abgespeichert werden kann. Für Normdaten von Provenienzmerkmalen wird hier immer die Sachgruppe 2.2. Buchwissenschaft, Buchhandel erfasst.

815 Codes für Entitäten-Untergliederungen
Der zunächst vereinbarte Code "tip" wurde in Anpassung an die Schriftdenkmäler, die ebenfalls mit dem Buchstaben "w" beginnen, in "wip" geändert und ist bereits eingerichtet.

850 Übergeordnetes Schlagwort
Die Konkordanz zwischen T-PRO und SWD-Begriffen findet Anwendung (s. Anlage). Aus der AG kam keine Rückmeldung dazu. Die Liste ist nicht abgeschlossen und kann bei Bedarf erweitert werden.

861/862 Person/Körperschaft als Urheber, hier des Provenienzmerkmals
Der Link zum Vorbesitzer wird im SWD-Satz gesetzt, ist aber zurzeit noch nicht im Datentausch. Erst mit Einführung der GND wird dieses Feld über den MARC-Austausch an die Verbünde geliefert. Bis dahin kann auf Verbundebene die Verlinkung zum zugehörigen Normdatensatz nur durch den Bearbeiter manuell nacherfasst werden. Der GBV prüft Möglichkeiten zur automatischen Nachführung des Links. Die Besetzung des Feldes ist nicht zwingend vorgeschrieben. Wenn der Vorbesitzer nicht identifizierbar ist oder nicht zweifelsfrei zugeordnet werden kann, wird das Feld 861/862 zunächst frei gelassen. Der Satz ist über das Feld 830 (Motto, Devise, Stempelumschrift, Monogramm) recherchierbar und kann ggf. später im Rahmen der kooperativen Erschließung vervollständigt werden. Im HeBIS-Verbund werden Provenienzmerkmale nicht mit SWD-Sätzen beschrieben, sondern die Normdaten der Vorbesitzer durch Anreichung mit einem Image "illustriert". D.h. es wird ein anderer Ansatz verfolgt, der die eindeutige Zuordnung einer Evidenz zu einer Person oder Körperschaft voraussetzt. Bei Körperschaften, die ihren offiziellen Namen u.U. mehrfach geändert haben, wird formal vorgegangen und nur mit dem GKD-Satz, der die zeitgenössische Namensform enthält, verlinkt. Diskutiert wurde das Vorliegen einer Nummer als Provenienzmerkmal. Auch eine Nummer kann eindeutig auf einen Vorbesitzer hinweisen, wenn sie in Gestaltung, Farbe und/oder Struktur prägnant ist. Der SWD-Satz wird in diesen Fällen mit dem Digitalisat einer vorliegenden konkreten Nummer, das als Beispielbild dient, verlinkt.

Absprachen mit der DNB zum Redaktionsverfahren
Die SWD-Sätze für Provenienzmerkmale werden mit der Kennung der Formalerschließung erfasst. Eine gemeinsame Kennung für PND und SWD ist von Vorteil, da in den Bibliotheken und in Projekten die Provenienzerfassung i.d.R. organisatorisch der Katalogisierungsabteilung zugeordnet ist und damit ein ständiger Wechsel der Kennung entfällt. Außerdem ist die Kennung auch ein Hinweis darauf, dass der angelegte SWD-Satz (Ts5) nicht aus der regulären Sacherschließung kommt. Frau Scheibe wird demnächst die an einer Teilnahme interessierten Bibliotheken per Mail um Mitteilung ihrer Kennungen bitten. Für die Erfassung von Provenienzmerkmalen in der SWD ist eine Schulung geplant. Die neue Version des T-PRO steht im ProvenienzWiki. In der Spalte Definition sind Beispiele verlinkt. Durch den Klick auf das Bibliothekskürzel SBB oder HAAB wird eine Suche im OPAC der betreffenden Bibliothek ausgeführt und die Trefferliste zu dem Provenienzmerkmal angezeigt. Weitere Bibliotheken, auch über den GBV hinaus, können mit ihren Beispielen im ProvenienzWiki vertreten sein. Dazu bittet Frau Scheibe um Mitteilung der OPAC-Adresse und des Suchbefehls für Provenienzen.

Aktueller Stand in den Verbünden: GBV, HeBIS, SWB, Aleph (TOP 3)

GBV
In den meisten Fällen werden auf Dokumentenservern Volltexte (als Digitale Bibliothek) verwaltet, die Verwaltung einzelner Bilder wird als technisch aufwändig beschrieben. Als Alternative bietet sich das ProvenienzWiki an, das von der Verbundzentrale des GBV gehostet wird. Die Software des Wiki erlaubt das Hochladen von einzelnen Images durch den Bearbeiter. Zu prüfen ist noch, ob die Adressierung persistent gehalten werden kann (im Sinne einer PURL). Bei diesem Verfahren ist auch der Austausch von Bildern durch qualitativ hochwertigere unter Beibehaltung der Adresse gewährleistet.

HeBIS
Im HeBIS-Verbund werden zurzeit "Regeln für die Autoptische Katalogisierung Alter Drucke" erarbeitet. Der Entwurf orientiert sich sehr stark am "AAD-Standard der Arbeitsgemeinschaft Alte Drucke im GBV". Seit Beginn der GKD-Online-Kommunikation Anfang Mai 2010 werden in beiden Normdatenbanken, PND und GKD, digitalisierte Provenienzmerkmale verlinkt, vgl. auch TOP 4.

SWB
Im SWB wurde von der "UAG Elektronische Ressourcen, Altes Buch" ein Entwurf zur Erschließung von Provenienzen erarbeitet. Damit können Bibliotheken, die Lokaldatenpflege in der Verbunddatenbank betreiben, mit einem einheitlichen Standard arbeiten. Herr Köhler verteilt das Papier als Tischvorlage und stellt das Konzept vor: Im Bereich der Exemplardaten wurde das neue Feld 4821 eingerichtet, das die Verknüpfung zu Personen- und Körperschaftssätzen ermöglicht. Frau Scheibe regt an, an dieser Stelle nicht nur Tp- und Tb-Sätze, sondern auch die Verknüpfung zu SWD-Sätzen für Provenienz-merkmale (Ts) vorzusehen. In den Unterfeldern zu 4821 können Deskriptoren aus dem T-PRO (wiederholbar), die Datumsangaben und Bemerkungen zur Provenienz erfasst werden. Noch offen ist, ob das Datum formatiert wird. Die ISO-Norm "JJJJ-MM-TT" bietet sich an, da sie maschinell sortierbar ist. Die Empfehlungen des GBV lassen die ISO-Norm, aber auch die Weimarer Lösung "JJJJ Monat TT" zu. Zu klären wäre, wie viele Zeichen das Unterfeld für Bemerkungen aufnehmen kann. Die endgültige Fassung der Tischvorlage soll im 1. Quartal 2011 vorliegen und im BSZ-Katalogisierungshandbuch veröffentlicht werden.

Es wurde festgestellt, dass inzwischen in drei Verbünden die Exemplarebene mit der bibliographischen Ebene verlinkt werden kann, die verbundübergreifende Suche in der WinIBW aber immer noch nicht möglich ist. Frau Scheibe macht den Vorschlag in einer gemeinsamen Initiative des GBV, SWB und HeBIS-Verbundes noch einmal gegenüber PICA in Leiden diese Forderung zu vertreten.

BVB
Die Provenienzen werden nur im Lokalsystem in Fußnotenfeldern erfasst. Diese sind indexiert, aber ausschließlich auf lokaler Ebene recherchierbar. Verknüpfungen zur bibliographischen Ebene können nicht gemacht werden. Die Realisierung einer mit den PICA-Verbünden vergleichbaren Lösung durch die Firma Ex Libris ist hochkomplex und zu teuer. In einigen Häusern gibt es externe Datenbanken für die Provenienzerschließung. Die Zusammenführung dieser heterogenen Daten stellt ebenfalls ein finanzielles Problem dar. Evt. könnte von Verbundebene auf diese Datenbanken verlinkt werden. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, die Images über das ProvenienzWiki zu verwalten und auf diesem Weg die Vorbesitzer nachzuweisen. Seit März 2009 gibt es eine Handreichung für die Provenienzerfassung mit einigen Festlegungen. Zu erfassen sind u.a.: die Identnummern aus PND und GKD, individualisierende Angaben, der Deskriptor aus dem T-PRO, die Zugangsnummer und das Bibliothekskürzel.

Digitalisierte Provenienzmerkmale im OPAC der WSB Mainz – Vorstellung des Geschäftsgangs (TOP 4)

Frau Stresing erläutert mit einer kurzen PowerPoint-Präsentation die Scanverwaltung in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz und der HeBIS-Verbundzentrale. Der Vortrag ist zum großen Teil auch auf dem HeBIS-Server veröffentlicht: Teil 1, Teil 2

Nächster Termin

Freitag, 10. Juni 2011, 13.30 Uhr, in der SB Berlin.


Tischvorlage

Protokoll DBV UAGP 10 12 10 Anlage