Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung

Aus ProvenienzWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung ist eine 2017 gegründete Fachkommission des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv).

Mitglieder und Gäste

siehe Website der Kommission beim Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv)

Kontakt

Gründung und Aufgaben

Die dbv-AG Handschriften und Alte Drucke hat auf ihrer Sitzung am 12.3.2007 in der HAB Wolfenbüttel beschlossen, der Provenienzerforschung und -erschließung größeres Gewicht beizumessen und die Beschäftigung damit zu einem Schwerpunkt der Arbeit zu machen. Die daraufhin im August 2007 gegründete UAG Provenienzforschung und Provenienzerschließung hat auch die Einrichtung des ProvenienzWiki für die Mitglieder der UAG, aber auch für Interessierte aus den provenienzerschließenden Bibliotheken angeregt.
Zum 1. Januar 2017 wurde die UAG in die dbv-Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung umgewandelt.
Die Kommission ist im dbv Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Herkunft von Bibliotheksbeständen.

Erschließungsinstrumente in der Verantwortung der Kommission

ProvenienzWiki

Das ProvenienzWiki wird von der Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung in Zusammenarbeit mit der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes betrieben und soll als Plattform für aktuelle Fragen und zum Informationsaustausch bei der Provenienzforschung und Provenienzerschließung dienen. Das Wiki bietet allen interessierten Einrichtungen die Möglichkeit, digitale Bilder von Provenienzmerkmalen hochzuladen und einzelne Provenienzen und Sammlungen zu beschreiben. Die digitalen Bilder erhalten permanente URLs und können z.B. als Quellen in Normsätzen für Provenienzmerkmale (GND)verlinkt werden.

Formatbeschreibung: GND-Sätze für Provenienzmerkmale

In der Gemeinsamen Normdatei werden Vorbesitzer (Personen und Institutionen, eigenes Teilbestandskennzeichen „h“), Provenienzmerkmale (Werksätze mit eigenem Entitätencode „wip“) und Sammlungen (Werksätze mit eigenem Entitätencode „win“) erschlossen. Viele Bibliotheken tragen zum stetigen Anwachsen der für die Provenienzforschung relevanten Normdaten innerhalb der GND bei.

T-PRO Thesaurus der Provenienzbegriffe

T-PRO ist ein normiertes Vokabular für Provenienzbegriffe, das zur Dokumentation und Recherche dieser Merkmale dient.
Ziel ist die Darstellung eines Falles von Provenienz in Form von einzelnen Deskriptoren oder Deskriptorenketten. Die Abfolge der Provenienzbegriffe wird durch die Wertigkeit der Beschreibungsmerkmale, durch Vorgaben der Sortierung und Recherchemöglichkeiten und durch das Leseverständnis bestimmt. Die Deskriptoren aus dem T-PRO werden grundsätzlich in Ergänzung zu den über die Normdaten erfassten Provenienzen benutzt.

Publikationen und Empfehlungen

Leitfaden zur Provenienzforschung - Zur Identifizierung von Kulturgut, das während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen wurde
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat gemeinsam mit der Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung und weiteren Partnern einen Leitfaden zur Provenienzforschung veröffentlicht. Die Publikation ist eine praktische Hilfe für Mitarbeiter:innen von Museen, Bibliotheken und Archiven, für den Kunst- und Antiquariatshandel sowie für private Sammlungen. Der Leitfaden wurde auch ins Englische übersetzt.

Initiativen und Projekte

Öffentliche Bibliotheken

Hebraica-Bestände in Bibliotheken

Fortbildungsangebote

Kooperationen

Arbeitsgemeinschaft Provenienzerschließung beim Standardisierungsausschuss

Im Mai 2021 nahm die AG Provenienzerschließung beim Standardisierungsausschuss der DNB ihre Arbeit auf. Die AG beschäftigt sich mit Erschließungsfragen und ist bestrebt, die Datenmodellierung für den dringend notwendigen verbundübergreifenden, aber auch spartenübergreifenden Austausch von Provenienzdaten weiterzuentwickeln und zu vereinfachen. Die Arbeitsgruppe ist eng mit der dbv-Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung verzahnt.

Arbeitskreis Provenienzforschung und Restitution - Bibliotheken (APR-Bib) (Geschäftsstelle)

Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter suchen seit mehr als zwanzig Jahren nach einzelnen Büchern und ganzen Büchersammlungen, die sich zu Unrecht in öffentlichem Bibliotheksbesitz befinden. Sie erfüllen damit die Washingtoner Prinzipien (1998), die Gemeinsame Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände (1999) sowie die im Hannoverschen Appell (2002) formulierte Selbstverpflichtung. Im März 2014 schlossen sich im bibliothekarischen Bereich tätige Provenienzforscher*innen aus Deutschland und Österreich zum Arbeitskreis „Provenienzforschung und Restitution – Bibliotheken“ zusammen. Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und erarbeitet Vorschläge für die Umsetzung bibliothekarischer Anliegen in Zusammenhang mit der Recherche nach NS-Raubgut. Zwischen den Treffen findet der Austausch statt über das Kommunikationsportal des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste (DZK-Portal, Raum: Provenienzforschung in Bibliotheken) und die Mailingliste APR-Bib. Die Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung hat im Mai 2017 die Aufgabe einer Geschäftsstelle für den Arbeitskreis übernommen.

Weitere Kooperationen

Tätigkeitsberichte

Sitzungsprotokolle

Literatur

  • Michaela Scheibe: Standards in der Provenienzerschließung. Bericht aus der Arbeitsgemeinschaft Handschriften und Alte Drucke in der Sektion IV des DBV, UAG Provenienzforschung und Provenienzerschließung. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 61 (2014), S. 367-375.