Justus Perthes' Geographische Anstalt (Gotha). Bücherei

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Die Bücherei der Justus Perthes‘ Geographischen Anstalt in Gotha war eine geographisch-kartographische Spezialbibliothek.

Geschichte der Justus Perthes' Geographischen Anstalt in Gotha

Die Justus Perthes' Geographische Anstalt geht zurück auf die 1785 von Justus Perthes in Gotha gegründete Verlagsbuchhandlung. Erst nach dessen Tod wurde der Verlag unter seinem Enkel Bernhard Perthes umbenannt.

Die Anstalt verlegte geographische Fachbücher und vor allem Atlanten und Karten. Später kam die Schulgeographie als Programmschwerpunkt hinzu.

Über Generationen hinweg bestand der Verlag als Familienunternehmen, bis die Verlagsanstalt im Jahr 1953 enteignet und 1955 in „Hermann Haack Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha“ umbenannt wurde. Joachim Justus Perthes gründete daher im Anschluss zusammen mit seinem Sohn die „Justus Perthes‘ Geographische Verlagsanstalt Darmstadt“ und führte auf diese Weise das Familienunternehmen fort. Sowohl der Gothaer als auch der Darmstädter Verlag wurden nach der deutschen Wiedervereinigung reprivatisiert und 1992 von dem Ernst Klett Schulbuchverlag übernommen, der den Namen noch bis 2008 weiterführte.

Bibliothek

Die Justus Perthes' Geographische Anstalt in Gotha besaß eine geographisch-kartographische Fachbibliothek. Die Grundlage des Bestandes war die angekaufte Privatbibliothek des Kartographen Adolf Stieler, der 1836 verstarb und mit dem die Verlagsanstalt lange Zeit erfolgreich zusammengearbeitet hatte.

Für die Neuanschaffung aktueller deutsch- und fremdsprachiger Kartographica und Geographica war v.a. der Bedarf in der Anstalt ausschlaggebend. Die Bibliothek war für die Mitarbeiter (z.B. für die Besprechung von Werken) zugänglich. Die Bibliothek umfasste daher die ehemaligen redaktionellen Arbeitsbestände. Dubletten wurden mitunter verkauft.

Außerdem wurde die Privatbibliothek des Geographen August Petermann nach dessen Tod im Jahr 1878 angekauft. Seit 1855 hatte die Verlagsanstalt erfolgreich mit Petermann zusammengearbeitet und brachte gemeinsam mit Petermann die geographische Fachzeitschrift „Petermanns Mittheilungen“ heraus. Außerdem nahm die Bibliothek die dort rezensierten Monographien, Zeitschriften und Atlanten auf.

Im Jahr 1884 erfolgte eine Neuaufstellung der Bibliothek und in der Folge der Aufbau eines Zettelkatalogs und eines sachlichen Katalogs.

Systematik und Zugangsnummern

Neu erworbene Werke wurden mit einer laufenden Nummer (nach Zugang und somit ohne Aussage über Exemplare) gekennzeichnet. Karten wurden aus Büchern und Zeitschriften entfernt und in die Kartensammlung eingegliedert.

Die Systematik war geographisch gegliedert und teilte sich in folgende Abteilungen auf[1]:
I. Ozeane
II. Allgemeines
III. Europa
IV. Asien
V. Australien
VII. Amerika
VIII. Polargebiete
IX. Atlanten

Jede dieser Abteilungen verfügte über weitere Unterabteilungen.

Provenienzmerkmale

Stempel der Justus Perthes' Geographischen Anstalt Gotha

Etikett der Bibliothek

Ermittelte Exemplare

Die historischen Bestände der Verlagsanstalt, d.h. die Bibliothek von Stephan J. Perthes (ca. 120.000 Bände) sowie auch das Verlagsarchiv (1785 bis 1992) und die Kartensammlung wurden als Sammlung Perthes 2003 vom Freistaat Thüringen erworben und sind heute in der Forschungsbibliothek Gotha zugänglich.

Ein weiteres Exemplar mit der Provenienz findet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin:

Literatur

  • Karl Hölscher, Die Bibliothek und Karten-Sammlung der Geographischen Anstalt von Justus Perthes in Gotha, Gotha 1901.

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Vgl. dazu Hölscher, Die Bibliothek und Karten-Sammlung, S. 10.