Institut für Staatsforschung

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Das Institut für Staatsforschung wurde 1932 gegründet und gehörte unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Poetzsch-Heffter (1881–1935) der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Kiel an. Von der Hospitalstr. 19 in Kiel wurde das Institut im November 1935 an die Berliner Universität verlegt. Zum – zunächst stellvertretenden – Direktor des Instituts wurde SS-Sturmbannführer Reinhard Höhn ernannt. Dadurch eng mit dem Sicherheitshauptamt verknüpft, wurde es 1939 dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler direkt unterstellt. Das Institut übernahm Auftragsarbeiten für zentrale Institutionen des Dritten Reiches. Aufgrund des Krieges verlagerten sich die Arbeitsschwerpunkte des Instituts auf den Bereich der Besatzungsverwaltung. Das Institut wurde 1947 aufgelöst.

Bibliothek

Die Institutsbibliothek kaufte gezielt Bücher an, die Emigranten oder Deportierte zurücklassen mussten. Dies ließ die Bibliotheksbestände stark anwachsen und führte bereits 1937 zum Umzug des Instituts von der Teutonenstraße in die Königsstraße 71 am Großen Wannsee (Wannsee-Institut). Das Institut für Staatsforschung wurde auch von der Reichstauschstelle mit Dubletten beliefert.

Die Bergungsaktion 126 in der Königsstraße 71 (abgeschlossen Febr. 1946) nennt 7.000 Bände hauptsächlich rechts- und staatswissenschaftliche Literatur, mit auffallend hohem Anteil in Niederländisch und in nordischen Sprachen, daneben religionswissenschaftliche (insbesondere buddhistische) und philosophische Literatur. Diese Bände gelangten offenbar zu einem großen Teil in den Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Weitere Bestände gelangten in die Arbeitsstelle für spezielle Forschungsliteratur (ASF) der Deutschen Staatsbibliothek, in der NS-Literatur aus verschiedenen Bibliotheken gesammelt wurde. Teile der Bestände des Instituts für Staatsforschung wurden über die Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände (ZwA) weiter verteilt.

NS-Raubgut

Bisher wurden insbesondere folgende Vorprovenienzen ermittelt:

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

SB Berlin

Verbundkatalog des GBV: GStA PK etc.

Verbundkatalog des SWB: WLB Stuttgart

ZLB Berlin

Weblinks

Literatur

GND-Normdaten