Independent Order of B'nai B'rith. Großloge für Deutschland

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Die Großloge für Deutschland in der Kleiststraße 12 in Berlin war die erste Loge des Unabhängigen Ordens B‘nai B’rith (U.O.B.B.) im deutschen Distrikt.

Geschichte

Die internationale jüdische Organisation U.O.B.B. wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in New York gegründet und strukturiert sich in Großlogen, Hauptlogen und Distrikte. In New York wurde 1885 auch die Gründung der „Deutschen Reichsloge“ in Berlin beschlossen. In der Folge wuchs der deutsche Distrikt und 1925 belief sich dieser auf an die 100 Logen. Ab 1924 leitete der Rabbiner Leo Baeck den deutschen Distrikt.

Unter dem Nationalsozialismus wurden alle deutschen Logen des U.O.B.B. am 19. April 1937 zur Auflösung gezwungen. Das Gebäude der Großloge in Berlin in der Kleiststraße sowie Akten und Materialien wurden durch die Gestapo beschlagnahmt.[1] Die 1.800 Bände aus der Großlogenbibliothek wurden dem Sicherheitsdienst (SD) übergeben und bis Ende Oktober 1937 in die Zentralbibliothek des Sicherheitshauptamtes eingearbeitet.[2]

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

Literatur

  • Karin Voelker, The B'nai B'rith Order (U.O.B.B.) in the Third Reich (1933–1937), in: The Leo Baeck Institute Year Book, 32.1 (1987), S. 269–295.

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Vgl. Voelker, The B'nai B'rith Order, S. 270f., 294.
  2. Vgl.Werner Schroeder, „Bestandsaufbau durch Plünderung“. Jüdische Bibliotheken im Reichssicherheitshauptamt, in: Entehrt. Ausgeplündert. Arisiert : Entrechtung und Enteignung der Juden, hrsg. von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste Magdeburg, Magdeburg 2005, S. 67-83, hier S. 68.