Hans Kelsen

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Hans Kelsen war ein bedeutender Rechtswissenschaftler, (* 11.10.1881; † 17.04.1973).

Leben

Hans Kelsen wuchs in Wien auf, wo er 1900 sein Abitur ablegte, 1906 wurde er an der Universität Wien zum Doctor juris promoviert. Nach einem Studienaufenthalt in Heidelberg bei Georg Jellinek (1908) arbeitete er an seiner über 700 Seiten starken Habilitationsschrift "Hauptprobleme der Staatsrechtslehre", mit der er im Juli 1911 die Lehrbefugnis "für allgemeines und österreichisches Staatsrecht, Rechtsphilosophie und deren Geschichte" verliehen bekam.
1912 heiratete er Margarete Bondi, der Ehe entstammen zwei Töchter. Im Juli 1918 wurde Kelsen zum außerordentlichen Professor an der Universität Wien ernannt; ein Jahr später erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor.
Im Herbst 1930 nahm er einen Ruf als Ordinarius für Völkerrecht an der Universität zu Köln an. Doch schon 1933 musste er nach der Machtergreifung Adolf Hitlers aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus dem Amt scheiden und floh aus Deutschland. Da die Universität Wien ihn nicht wieder aufnahm, nahm er ein Angebot des Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales in Genf an; 1936 erhielt er auch einen Ruf von der Deutschen Universität in Prag und verbrachte fortan die Sommersemester in Genf, die Wintersemester in Prag.
1939 wurde er formell, allerdings ohne Pensionsbezüge in den Ruhestand versetzt. Da er sich auch in Genf bald vor dem Nationalsozialismus nicht mehr sicher fühlte, emigrierte er Ende Juni 1940 in die USA. 1945 erhielt er schließlich in Berkeley eine Professur für Political Science und wurde US-amerikanischer Staatsbürger.


Provenienzmerkmal

Literatur

  • Walter, Robert (Hg.): Hans Kelsen: Leben - Werk - Wirksamkeit, Wien 2009.
  • Walter Robert (Hg.): Der Kreis um Hans Kelsen, Wien 2008.