Große Synagoge (Warschau), Bibliothek

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Provenienz: Große Synagoge <Warschau>, Bibliothek
Umschrift: Biblioteka Synagogi Na Tłomackiem w Warszawie
Maße: 33x33mm
Motiv: kreisförmiger Rand
Zeitraum: 1874-1933
Standort: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Bibliographische Daten

Die Große Synagoge von Warschau an der Tłomackie-Straße im Warschauer Stadtviertel Śródmieście war die größte Synagoge in Warschau. Sie wurde nach Plänen von Leandro Marconi 1874 erbaut und am Ende des Aufstandes im Warschauer Ghetto am 16. Mai 1943 von General Jürgen Stroop gesprengt.

Geschichte

Im Oktober und Dezember 1939 gingen die Bibliotheksbestände der Großen Warschauer Synagoge an das sog. Kommando Paulsen in Berlin, einer Initiative des Ahnenerbes. Das Kommando Paulsen war organisatorisch dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) untergeordnet. Leiter dieser Kommandoeinheit wurde der Archäologe Peter Paulsen. In mehreren Transporten wurden die Bibliotheksbestände der Grossen Synagoge nach Deutschland übergeführt, die über 50.000 Einzelbände umfassten. Diese Bestände wurden daraufhin der Zentralbibliothek des RSHA in Berlin einverleibt. Die Bestände wurden dann in Einzelbestände zerlegt, da man damals alle nach Deutschland überführten Bestände jüdischer Bibliotheken aufteilte und sowohl thematisch als auch formal miteinander vermischte. Die verlagerten Bestände in Berlin fielen zum Großteil einem Gebäudebrand im November 1943 zum Opfer. Ein kleiner Teil konnte dabei jedoch in die Tschechoslowakei evakuiert werden. Nachdem die Bestände nach dem Krieg wieder aufgefunden wurden, brachte man sie an ihren alten Aufbewahrungsort zurück. Der bibliothekarische Kernbestand der Grossen Synagoge ist jedoch niemals wieder nach Warschau zurückgekehrt.

Ermittelte Exemplare

Exemplare im OPAC der SBB (StaBiKat)

Links