Gotthilf Weisstein

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Notizen Gotthilf Weissteins und das von seinem Bruder Herman veranlasste Etikett

Gotthilf Weisstein (* 6. Februar 1852 in Berlin; † 21. Mai 1907 ebenda) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Bibliophile.

Bibliothek Gotthilf Weisstein

Die umfangreiche Bibliothek Weissteins wurde nach seinem Tode von Fedor von Zobeltitz katalogisiert. Herman Weisstein gab die Bibliothek seines Bruders am 20. September 1921 als Depositum an die Preußische Staatsbibliothek Berlin. Diese wurde dort von Hans Lindau bibliothekarisch betreut. Der Buchbestand wurde von Herman Weisstein mit einem schlicht gehaltenen Etikett (siehe unter Provenienzmerkmal) versehen.

Die Witwe von Herman Weisstein Margarethe Weisstein übergab die Sammlung im September 1933 an den Antiquar Martin Breslauer zum Verkauf, überließ jedoch ca. 90 Drucke der Preußischen Staatsbibliothek für die Betreuung des Depositums. Aus Mitteln der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft konnten weitere ca. 900 Bände von der Preußischen Staatsbibliothek von Martin Breslauer erworben werden. Ein anderer Teil der Sammlung (ca. 700 Bücher zur Theatergeschichte) wurden von der Clara-Ziegler-Stiftung (heute Deutsches Theatermuseum) erworben. Weitere Teile aus Weissteins Bibliothek befinden sich in der Bibliotheca Bodmeriana in Genf und in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Der größte Teil der Sammlung kam in den antiquarischen Buchhandel und wurde so in alle Welt zerstreut.

Noch immer tauchen gelegentlich Exemplare aus Weissteins Bibliothek im Antiquariatshandel auf. Der Katalog der Bibliothek Weisstein erschien 1913 in 2 Bänden mit 9.124 Eintragungen. Noch heute ist er ein wichtiges Nachschlagewerk für Drucke zur deutschen Theatergeschichte und für seltene Drucke der klassischen und romantischen Literaturepoche. Andere Teile aus dem Nachlass Weissteins, darunter die Manuskripte und Briefe gelten als verschollen. Jedoch werden auch hier Einzelstücke im Autographenhandel angeboten.

Provenienzmerkmale

Etikett von Herman Weisstein für die Bibliothek seines Bruders


Handschriftliche Provenienzmerkmale von Gotthilf Weisstein

Widmungen an Gotthilf Weisstein

Ermittelte Exemplare

Literatur

  • [Katalog Weisstein 1913] Bibliothek Weisstein. Katalog der Bücher des verstorbenen Bibliophilen Gotthilf Weisstein, hg. v. Fedor von Zobeltitz, im Auftr. des Königl. Baurats Herman Weisstein zu Brieg für die Gesellschaft der Bibliophilen in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, Bd. 1-2, Leipzig 1913. Digitalisat SBB-PK Berlin
  • Rüdiger Haufe: Vermutungsregelung, Prioritätsprinzip und Anscheinsbeweis. Zu Erwerbungen aus den Sammlungen Gotthilf Weissteins, in: Spuren suchen. Provenienzforschung in Weimar, hg. v. Franziska Bomski u.a., Göttingen 2018 (Jahrbuch der Klassik Stiftung Weimar 2018), S.85-105. ISBN 978-3-8353-3221-8

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