Georg Manasse jun. (Stettin)

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Georg Manasse jun. (* 22. Oktober 1891 in Stettin, Pommern, heute Szczecin, Polen, † 1961 in Schweden) war ein jüdischer Kaufmann und königlich schwedischer Vizekonsul in Stettin. 1938 musste er nach Schweden emigrieren und arbeitete dort als Redakteur in einer Stockholmer Verlagsbuchhandlung.


Nicht zu verwechseln mit:


Leben

Georg Manasse jun. ist der Sohn des in zahlreichen Aufsichtsräten vertretenen Kaufmanns Georg Manasse und erscheint 1922 erstmals als Mitinhaber der Firma L. Manasse jun. Er führte nach dem Tod seines Vaters (1923) zusammen mit Franz Manasse (vermutlich sein Onkel) die Firma weiter und erhielt die Würde eines schwedischen Vize-Konsuls. Georg Manasse (nach dem Tode seines Vaters ohne den Zusatz jun.) wohnte zusammen mit Franz Manasse in der von dem Stettiner Architekten Adolf Thesmacher für Franz Manasse erbauten Villa Arndtstr. 17a. 1925 ließ Georg Manasse unweit von Stettin, in Hohenleese bei Polchow, ein Wochenendhaus errichten.

Hohenleese war Manasses letzter Wohnsitz, bevor er 1938 nach Schweden emigrieren musste. Er arbeitete dort als Redakteur eines Konversationslexikons bei einer Verlagsbuchhandlung in Stockholm (wohnhaft Djursholms Ekeby). 1939 wurde ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt und sein Vermögen eingezogen (das Anwesen Hohenleese und das Firmengrundstück in Stettin wurden im Dez. 1938 verkauft und die Handelsgesellschaft von Franz und Georg Manasse liquidiert). Georg Manasse starb 1961 in Schweden.[1].

Bibliothek

In Georg Manasses Haus in Hohenleese befand sich eine Bibliothek mit mehreren tausend Bänden. Lotte Usadel, die zum Künstlerkreis um Gregor Rosenbauer gehörte und mit diesem regelmäßig Manasses Wochenendhaus besuchte, erwähnt auch diese Bibliothek.[2] Die Bibliothek enthielt offenbar auch Werke aus dem Besitz des gleichnamigen Vaters.

Die im Landesarchiv Greifswald erhaltene Akte über die Vermögenseinziehung von Georg Manasse enthält ein von Manasses Schwager Fritz Toepffer, der als sein Vermögensverwalter fungierte, in Auftrag gegebenes Wertgutachten über die Bibliothek in Hohenleese, das am 28.2.1939 von Leon Sauniers Buchhandlung (Stettin) erstellt wurde und 4.500 Einzelbände im Wert von 3.500 RM angibt. Am 7. bzw. 11. März 1939 erfolgte die Freigabe des Umzugsgutes durch die Devisenstelle des Oberfinanzpräsidenten Pommern in Stettin (explizit einschließlich der Bibliothek und der Gemälde, auch des Liebermann-Porträts von Manasses Vater). Für die Freigabe des gesamten Umzugsgutes hatte sich wegen seines Status als schwedischer Vize-Konsul auch die schwedische Gesandtschaft in Berlin beim Reichswirtschaftsministerium verwendet (Schwierigkeiten machten v.a. Schmuck und Tafelsilber).

Mit großer Wahrscheinlichkeit gelangte die Bibliothek von Georg Manasse erst nach seinem Tod geschlossen zum Verkauf. Dafür sprechen die fast durchgehend 1962 erfolgten Erwerbungen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, die gleichförmige Antiquariatsnotizen (Preise und Nummern) aufweisen.

Provenienzmerkmal

Dieses undatierte Exlibris ist mit großer Wahrscheinlichkeit Georg Manasse jun. zuzuschreiben. Mit letzter Sicherheit kann sein gleichnamiger Vater als Exlibris-Eigner jedoch nicht ausgeschlossen werden.


Diese Namenszüge dürften mit großer Wahrscheinlichkeit von Georg Manasse jun. stammen. Mit letzter Sicherheit kann sein gleichnamiger Vater als Urheber jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Ermittelte Exemplare

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Vogel, Gästebuch, S.76.
  2. Mögelin, Rosenbauer, S. 96.