Fritz Brügel

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Fritz Brügel (Friedrich Bruegel, Bedřich Bruegel, Pseudonyme: Bedrich Dubsky, Dr. Dubsky, Wenzel Sladek, * 13. Februar 1897 in Wien; † 4. Juli 1955 in London) war ein österreichischer (ab 1935: tschechoslowakischer) Bibliothekar, Diplomat und Schriftsteller jüdischer Herkunft. Während des sog. Austrofaschismus und unter dem NS-Regime war Brügel v. a. aufgrund seiner politischen Aktivitäten Repressalien und Verfolgung ausgesetzt.

Bibliothek

Zwischen 1922 und 1934 war Fritz Brügel maßgeblich am Aufbau der neuerrichteten Sozialwissenschaftlichen Studienbibliothek der Arbeiterkammer Wien beteiligt. Seine bei der Flucht in die Tschechoslowakei 1934 in Wien verbliebene Privatbibliothek führte er nach dem Anschluss Österreichs in die Schweiz aus, wo er sie in Teilen aus finanziellen Gründen verkaufen musste. Beim Käufer der Bibliothek könnte es sich um den österreichischen Industriellen Conrad H. Lester (Kurt Heinz Lichtenstern, 1907‒1996) gehandelt haben, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits ebenfalls im französischen Exil befand und Brügel nach Zeitzeugenberichten dort zur Benutzung der Bestände einlud. Lester kehrte 1968 aus der Emigration in die USA nach Österreich zurück und verstarb 1996 in Wien.

Provenienzmerkmale

Ermittelte Exemplare

Literatur

  • G. Callesen, Fritz Brügel (1897‒1955), in: G. Benser/M. Schneider (Hgg.), Bewahren ‒ Verbreiten ‒ Aufklären. Archivare, Bibliothekare und Sammler der Quellen der deutschsprachigen Arbeiterbewegung, Bonn 2009, S. 53‒57.
  • S. Lichtenberger/H. Posch, „… ein Vorbild geistiger und menschlicher Integrität“. Fritz Brügels Protest gegen antidemokratische, antisemitische und deutsch-nationale Tendenzen an der Universität Wien 1931, in: Zwischenwelt. Literatur/Widerstand/Exil 28 (2012), S. 26‒33.

Weblinks

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