Evzen Stern

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Evžen Štern war ein tschechischer Sozialpolitiker und Publizist, (* 07. Mai 1889 in Čelakowitz, Böhmen; † 12. November 1942 im KZ Mauthausen).

Leben

Štern stammte aus einer tschechisch-jüdischen Kaufmannsfamilie. Nach Absolv. des Akadem. Gymn. in Prag, 1909, studierte er an der tschechischen Universität Prag Jus, 1912 auch an der École des Hautes Études Sociales in Paris; 1914 Dr. jur. Štern war während seiner Studienzeit ein engagierter Anhänger Th. (G.) Masaryks (s. d.), dessen Anschauungen er in der Schrift „Názory T. G. Masaryka“, 1910, publizistisch zusammenfaßte. Ab 1911 war er Mitglied der tschechoslaw. Sozialdemokratie und vertrat als solches insbesondere die Idee der Genossenschaften und der Selbstverwaltung der Arbeiter. Auch gehörte er zu den Befürwortern der tschechisch-jüdischen Assimilation. Im tschechoslowakischen Staat wandte er sich ab Ende 1918 gegen eine übereilte Sozialisierung und wurde bald zu einem der bedeutendsten praktischen Sozialpolitiker. 1918–26 Beamter des Min. für soziale Fürsorge und ab 1926 Generalsekretär, ab 1935 Direktor der Zentralen Sozialversicherungsanstalt in Prag, gehörte er zu den Schöpfern einer modernen Sozialgesetzgebung, wobei er insbesonders dem Problem der Arbeitslosigkeit große Aufmerksamkeit widmete. Die Anerkennung des wirtschaftlichen Aufschwungs der Sowjetunion in den 1930er Jahren verband er mit einer Kritik an der politischen Diktatur („Kam spěje SSSR?“, 1935). Seine Frau Růžena Šternová, geb. Štěrbová, trat als Übersetzerin von Werken u. a. Lion Feuchtwangers, Charles Andlers, Hendrik de Mans ins Tschechische hervor. Sie dürfte im KZ Auschwitz ums Leben gekommen sein.

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