Elli Fliess

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Provenienz: Fliess, Elli
Beschriftung: Ex Libris Elli Fliess
Maße: 85x73mm
Motiv: Frau in Pelzanzug hinter einem Blumenstrauß, einer Mandoline und aufgeschlagenen Notenbüchern sitzend
Zeitraum: ca. 1910-1942
Werksatz GND: 1035350335
Standort: Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Bibliographische Daten, PPN = 352896469

Elli Charlotte Fliess (* 5. Februar 1889 in Berlin; † nach 1942 in Riga?) war eine Privatlehrerin. Sie hatte an der Elisabeth-Schule für Lehrerinnen ihr Examen abgelegt.

Leben

Elli Fliess war die Tochter von Ludwig und Nadejda Fliess und wurde am 5. Februar 1889 in Berlin geboren und am 2. Mai 1906 evangelisch getauft.

Ihre Mutter Nadejda Fliess, geb. 6. Mai 1866, war am 1. Oktober 1916 in das „Landhaus Daheim“ in der Machnower Straße 79 eingezogen. Später zog ihre Tochter Elli dazu. Mutter und Tochter wohnten bis zur Zwangsaufgabe der gemeinsamen Wohnung am 1. Juli 1939 im Haus zur Miete.

Das Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden vom 30. April 1939 hatte zur Folge, dass die Mietdauer jüdischer Mieter vom „deutschen“ Vermieter auf die gesetzlichen Fristen reduziert werden konnte. In juristischen Kommentaren zum „Wohnungssonderrecht für Juden“ hieß es zur Begründung: „Es widerspricht nationalsozialistischem Rechtsempfinden, wenn deutsche Volksgenossen in einem Hause mit Juden zusammenleben müssen.“ Möglicherweise bestand in diesem Fall auch auf der Vermieterin ein erheblicher Druck, denn am 3. Juni 1939 schickte Nadejda Fliess an die Hausbesitzerin Frau Gertrud Voigt per Einschreiben folgenden Brief:

"Sehr geehrte Frau Voigt! Der Form halber wiederhole ich noch einmal schriftlich die bereits mündlich mitgeteilte, durch das neue Gesetz notwendig gewordene, Aufgabe meiner Wohnung zum 1. Juli d.J. Sie haben es verstanden, den Aufenthalt in Ihrem Hause mehr als 20 Jahre hindurch in jeder Beziehung angenehm zu gestalten, und wir danken Ihnen herzlich für das erwiesene Wohlwollen. Zugleich im Namen meiner Tochter Mit verbindlichem Gruss Ihre (Frau Nadejda Fliess)"

Beide Frauen kamen im Dezember des Jahres in eine sogenannte „Judenwohnung Nr. IV bei Hirsch“. Die Mutter Nadejda verstarb dort vermutlich Ende Februar 1941 verstorben. Elli Fliess kam mit dem 8. Transport vom 13. Januar 1942 nach Riga und gilt seitdem als verschollen.

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