Deutsche Hochschule für Politik (Berlin)

Aus ProvenienzWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Deutsche Hochschule für Politik war eine im Oktober 1920 gegründete, zunächst maßgeblich vom deutschen Liberalismus geprägte private Hochschule in Berlin. Vorläufer war die 1918 von Friedrich Naumann mitbegründete Staatsbürgerschule Berlin.
Am 30.09.1937 wurde die "Hochschule für Politik" durch Erlass des Führers als Anstalt des Reiches errichtet und trat damit an die Stelle der "Deutschen Hochschule für Politik e.V.". Als Aufgabe der Hochschule wurde in diesem Erlass festgelegt: "Verbreitung und Vertiefung politischer Wissens- und Willensbildung im Geiste des Nationalsozialismus".
Am 05.01.1940 wurde die Hochschule für Politik in die neugegründete Auslandswissenschaftliche Fakultät an der Universität Berlin eingegliedert.
Sitz der (Deutschen) Hochschule für Politik war die ehemalige Bauakademie am Schinkelplatz 6.

Bibliothek

Mit der Einrichtung der Bibliothek wurde 1921 begonnen. Unterstützt wurde der Bestandsaufbau bei der ausländischen Literatur durch die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaften, außerdem gingen zahlreiche Geschenke - auch einige größere Sammlungen - ein. Untergebracht war die Bibliothek zunächst in einem Raum im zweiten Stock des Schinkelgebäudes. 1930 umfasste die Bibliothek ca. 18.000 Bände Bücher und Broschüren. Die Magazinaufstellung erfolgte damals bereits unabhängig vom Systematischen Katalog in elf großen Gruppen, in denen die Neuzugänge einfach angereiht wurden.
Hinzu kam ein Parteiarchiv bzw. Archiv parlamentarischer und außerparlamentarischer Parteien und Verbände, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Jugendbünde etc. mit grauer Literatur zur deutschen Innenpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts (Satzungen, Berichte, Propagandamaterial). Daneben entstand eine Sammlung deutscher und ausländischer Wahlplakate.
1938 verfügte die Bibliothek der Hochschule über insgesamt 56.000 Bände (Hauptbibliothek 29.000, Seminar-Bibliotheken 27.000).

Provenienzmerkmale

Eurasisches Seminar

1930 besaß das Eurasische Seminar eine russische Bibliothek von ca. 7.000 Bänden, eine polnische von ca. 1.800 Bänden und eine deutsche von über 5.000 Bänden sowie ein russisches Zeitungsarchiv. Nach dem 30. Sept. 1937 wurde das Eurasische Seminar offenbar in Ost-Seminar umbenannt.

Ost-Seminar

Das Ost-Seminar wurde wohl erst im Rahmen der Neuorganisation nach dem 30. Sept. 1937 eingerichtet bzw. löste das Eurasische Seminar ab und gehörte 1938 zur Abteilung Außenpolitik und Auslandskunde.
Schwerpunkt der Arbeit des Ost-Seminars sollte die Geschichte und Landeskunde Polens und der Baltischen Staaten sowie der "Ostmark" sein. Daneben befand sich hier eine Spezialbibliothek für Russland und die asiatischen Fragen mit einem umfangreichen Pressearchiv.

Seminar für Hitler-Jugend-Führer

Das Seminar für Hitler-Jugend-Führer wurde im Winter 1933 gegründet und war einer der ersten Versuche, strukturiert und planmäßig die höhere HJ-Führerschaft nationalsozialistisch geprägt in geschichtlichen, politischen und weltanschaulichen Belangen zu schulen und zu einer intellektuellen Elite auszubilden.

Weblinks

Ermittelte Exemplare

Literatur

  • Politik als Wissenschaft. Zehn Jahre Deutsche Hochschule für Politik, Ausg. A., Berlin 1930. - Darin: Georg Cleinow, Eurasisches Seminar, S. 248 ff., und Catharina von Mayer: Bibliothek, S. 273-285.
  • Büttner, Johannes: Aufbau und Arbeit der Hochschule für Politik, in: Jahrbuch der Hochschule für Politik 1938, S. 350-376.

GND-Normdaten