Cosman-Werner-Bibliothek (München)

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Die Cosman-Werner-Bibliothek war die Bibliothek der 1815 gegründeten Israelitischen Kultusgemeinde München, die nach dem Rabbiner Dr. Cosman Werner (1854-1918) benannt war.

Geschichte

Die Israelitische Kultusgemeinde Müncehn wurde 1815 gegründet und konnte 1826 ihre erste Synagoge einweihen. Die 1887 fertig gestellte Münchner Hauptsynagoge wurde bereits im Juni/Juli 1938 auf Befehl Adolf Hitlers abgerissen, die kleineren Synagogen der Israelitischen Kultusgemeinde kurz darauf während der Novemberpogrome zerstört oder verwüstet. Die meisten jüdischen Einrichtungen in der Stadt wurden besetzt, das Inventar in fast allen Fällen beschlagnahmt.

Die Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde München war nach ihrem Stifter Dr. Cosman Werner benannt, der von 1894 bis 1918 Gemeinderabbiner in München war und seine Bibliothek 1906 der Kultusgemeinde stiftete. Sie umfasste eine Judaica- und Hebraica-Sammlung mit etwa 2.500 Büchern und 10.000 Broschüren. Ein kleiner Teil dieser Werke konnte über die Zeit des Nationalsozialismus hinweg gerettet werden, da sie im Alten Jüdischen Friedhof in München versteckt wurden. Nach Kriegsende wurde die Bibliothek wieder eingerichtet. Bei einem Brandanschlag im Februar 1970 verbrannte ein Großteil der Bestände; 1972 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.
Einige Handschriften aus dem Bestand der Bibliothek sollen sich noch in Moskau befinden.

Vorporvenienzen

  • Bibliotheca Merzbacheriana Monacensis des deutsch-jüdischen Münzhändlers und Bankiers Abraham Merzbacher (1812-1885), die zum größten Teil 1903 an die Frankfurter Stadtbibliothek verkauft wurde

Provenienzmerkmale

Stempel

Signatur

Ermittelte Exemplare

Offenbach Archival Depot
In den "Records of the Monuments, Fine Arts, and Archives (MFAA) Section of the Preparations and Restitution Branch, OMGUS, 1945-1951" (Ardelia Hall Collection) sind in den ca. 1946 zusammengestellten "Copies of Library Markings" beide Stempel der Cosman-Werner-Bibliothek aufgeführt.

SB Berlin
Alle ermittelten Bücher wurden erst nach 1945 in den Bestand eingearbeitet: in der Öffentlichen Wissenschaftlichen Bibliothek zwischen 1946 und 1954 bzw. nach 1954 in der Deutschen Staatsbibliothek. Aufgrund nicht erhaltener Erwerbungsunterlagen (Zugangsbücher) für die als Mehrfachexemplare inventarisierten Bände fehlt ein genaues Datum und eine Lieferantenangabe.
Möglicherweise stammen die Bücher aus den nach 1945 als herrenlos angesehenen Beständen, die von Sammelstellen (z.B. der Berliner Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken) gesichert und weiterverteilt wurden.

Datenbank Looted Cultural Assets

Literatur

Weblinks

GND-Normdaten