Bibliothek zu Noethnitz

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Als Bibliothek zu Noethnitz werden diverse Privatbibliotheken benannt, die im sächsischen Schloss Noethnitz bei Dresden untergebracht waren.

Bunaviana – Privatbibliothek von Heinrich von Bünau (1740–1762)

Über seine Heirat mit Christiane von Arnim ging 1739 das Schloss Nöthnitz in den Besitz des deutschen Historikers und Staatsmannes Heinrich von Bünau (1697-1762) über, der dort ab 1740 seine Privatbibliothek unterbrachte. Ein Katalog wurde von dem Bibliothekar Johann Michael Francke (1717–1775) angefertigt. Außerdem wirkte der Archäologe Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) von 1748 bis 1754 auf Schloss Nöthnitz als Bibliothekar. Nach dem Tod des Grafen wurde die Bibliothek mit ca. 42.000 Werken von der Kurfürstlichen Sächsischen Bibliothek (Vorgänger der heutigen SLUB Dresden) angekauft.

Privatbibliothek von Rudolph von Finck (1870–1945)

Im Jahr 1870 erwarb der sächsische Kämmerer und Abgeordnete Rudolph Freiherr von Finck (1837–1901) das Schloss Nöthnitz und richtete dort eine Bibliothek ein. Im Jahr 1877 belief sich der Bestand auf ca. 5.000 Bände. [1] Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und der Bibliotheksbestand größtenteils vernichtet.

Nach der Enteignung der Familie von Finck im Zuge der Bodenreform wurde das Anwesen zum Volkseigentum erklärt.

Nöthnitzer Schloßbibliothek (1991–2009)

Im Jahr 1990 ging das Schloss Nöthnitz in den Besitz des Freistaates Sachsen über und wurde 1997 an Viktor Freiherr von Finck verkauft, der den Verein Studienstätte Schloß Nöthnitz e. V. gründete und als Träger der Schlossbibliothek einsetzte. Der Buchbestand setzte sich aus Spenden zusammen. Einige wenige Bände des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Sammlung von Rudolph von Finck sind erhalten geblieben, darunter Briefsammlungen von Johann Winkelmann von 1777 bis 1781. Sammelschwerpunkte der Bibliothek waren Kunstgeschichte, Klassische Archäologie sowie die Wirkungsgeschichte von Johann Joachim Winckelmann und Graf Heinrich von Bünau. Kurz vor dem Tod von Viktor von Finck wurde das Schloss verkauft.

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

Verbundkatalog des GBV: Kunstbibl. Kulturforum etc.

Einige Exemplare gelangten offenbar über die Verteilungen der Zentralstelle für Wissenschaftliche Altbestände (ZwA) in den Bestand der SBB-PK Berlin.

SLUB Dresden

Literatur

  • Ulrike Götz, Nöthnitzer Schloßbibliothek [Stand: September 1996], in: Bernhard Fabian (Hg.), Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Hildesheim 2003. Online-Version
  • Hans Meier zu Eissen, Der Bücherraub in der DDR. Die ostdeutschen Adels-und Gymnasial-Bibliotheken 1945-1989, Münster 2007. [v.a. S.181f.]

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Einzelnachweise