Bibliothek Vaterländischer Autoren

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Mit der Stiftung der Herzoglichen Öffentlichen Bibliothek 1765 verband Herzog Carl Eugen (1728-1793) die Hoffnung, die wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit begabter Personen in Württemberg zu unterstützen. Die neu gegründete Bibliothek sollte die geistige Infrastruktur für Forschung und Inspiration bieten sowie ihrerseits von dem Erkenntnisgewinn der Landeskinder profitieren. Herzog Carl Eugen suchte nach einer Möglichkeit, sich den Gegenstand und Erfolg seiner Bildungsförderung komprimiert vor Augen zu führen. Seine private „Bibliothek Vaterländischer Autoren“ vollzieht in der fachlichen Breite die Struktur einer Universalbibliothek nach. Zugleich ist sie ein gezielter Auszug des Bestandes einer Universalbibliothek nach formalen und qualitativen Kriterien. Es geht um Publikationen mit Württemberg verbundener Autoren zu Lebzeiten Carl Eugens mit einem wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Niveau.Über 530 Bände zählen zu dieser Sammlung. Der Hofbuchbinder Herzog Carl Eugens verwendete in vielfachen Kombinationen und in komplexer Gesamtkomposition Werkzeuge aus einem festen Repertoire. Das CC-Monogramm steht im Zentrum. Das übrige Dekor betrifft die Bordüren mit überwiegend floraler Ornamentik, allerdings zahlreichen Nuancen im Detail. Neben roten Saffian-Leder-Bänden begegnen auch dünne Pappbände mit einfarbig bestrichenem Buntpapier, zurückhaltender Goldprägung und kaum verziertem Rücken. Die Nachfolger Herzog Carl Eugens führten die Sammlung bis 1807 zurückhaltend fort. Carl Eugen teilt den Wissenskosmos in fünfzehn Fächer ein, die durch sprechende Schmuckelemente auf dem Einbandrücken symbolisiert werden. Bei einigen späten Bänden begegnen die Fachsymbole ohne das Monogramm des betreffenden Herrschers. Durch die analoge Verzierung kann man sie derselben Sammlung zuordnen. Diese Sammlung gehört zum Grundbestand der 1810 gegründten Königlichen Handbibliothek Stuttgart.

Provenienzmerkmale

Monogramme

Fachsymbole

Beispielband

Gesamtansicht eines Einbandvorderdeckels aus der "Bibliothek Vaterländischer Autoren"

Siehe auch

Ermittelte Exemplare

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GND-Normdaten

Literatur

  • Herrmann, Christian: Die "Bibliothek vaterländischer Autoren" als Spiegel herzoglicher Bildungsförderung. - In: WLB-Forum 18 (2016), 1, S. 35-42