Bergungsstelle für Wissenschaftliche Bibliotheken, Bergungsaktion 153

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In den Akten der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken findet sich unter der Auftrags-Nr. 153 der Bericht zur Bergungsaktion in den Kellerräumen des Hauses Schinkelplatz 6 (LAB C Rep. 120, Nr. 514). In diesem Gebäude, der ehemaligen Schinkel'schen Bauakademie, befand sich seit Januar 1940 die Zentralbibliothek des Deutschen Auslandswissenschaftlichen Instituts (DAWI).

Provenienzmerkmal

Im Rahmen der Bergungsaktion aufgefundene Exemplare wurden mit der Nummer 153 versehen (mit Bleistift, groß geschrieben, meist auf dem vorderen Spiegel eingetragen).

Bestände

Die in den Kellerräumen teilweise unter Schutt aufgefundenen und dann in zwei Etappen geborgenen Bestände von ca. 15.000 Bänden werden als "Teilbibliothek des Seminars für Orientalische Sprachen" bezeichnet. Die Ersterkundung erfolgte am 1.10.1945, die Sichtung des ersten Teils der Bestände vom 22.11. bis 1.12.1945, des zweiten Teils vom 13.2. bis 15.2.1946, der Abschlussbericht datiert vom 25.2.1946. Im Ergebnis wurden 6.800 Bände aus dem ersten Teil und 5.000 Bände aus dem zweiten Teil "der Staatsbibliothek zugeführt" (der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin). Hierbei handelte es sich um die Literatur in orientalischen und ostasiatischen Sprachen. Der Rest (ca. 3.500 Bände) wurde der Stadt- bzw. Ratsbibliothek zur Verfügung gestellt (der heutigen Zentral- und Landesbibliothek Berlin).

Zu vermuten ist, dass es sich bei diesen Kellerbeständen nicht zuletzt um unbearbeitete Bestände der Zentralbibliothek des DAWI gehandelt haben könnte. Nach den 1943 begonnenen Auslagerungen von Bibliotheksbeständen blieben 44.000 Bände der Zentral- und der Seminarbibliotheken des DAWI in Berlin. Der Bergungsbericht selbst weist explizit auf einen hohen Anteil von Zeitschriftenbänden hin.

NS-Raubgut

Die bisher bekannten Exemplare aus der Bibliothek der Veitel-Heine-Ephraim'schen Lehranstalt stammen fast durchgehend aus der Bergungsstelle 153. Diese Bände gelangten zu einem bislang nicht bekannten Zeitpunkt an das DAWI und blieben dort offenbar unbearbeitet. Der Verdacht auf NS-Raubgut muss allerdings in diesem Fall als eher unwahrscheinlich bewertet werden.

Literatur

  • Heike Schroll, Die Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken und Archive des Magistrats von Berlin, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2000, S. 135-154.

Weblinks

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