Ausland-Hochschule (Berlin)

Aus ProvenienzWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Ausland-Hochschule an der Universität Berlin wurde 1936 als Nachfolgeinstitution des Seminars für Orientalische Sprachen begründet.

Geschichte

Der Ausbau des Seminars für Orientalische Sprachen zu einer Ausland-Hochschule des Deutschen Reiches war bereits seit 1912 immer wieder gefordert worden. Reichserziehungsministerium (REM), der Stab des Stellvertreters des Führers und Joachim von Ribbentrop (zunächst Hitlers außenpolitischer Sonderbevollmächtigter, ab 1938 Reichsaußenminister) unterstützten diese Pläne. Nachdem das Seminar 1936 zur Ausland-Hochschule erklärt wurde, kam es 1938 zu Konflikten zwischen dem REM, das die Eingliederung der Hochschule in die Fakultätsstruktur der Universität anstrebte, und dem Auswärtigen Amt, das eine unmittelbare Steuerung durch das Reich wünschte. 1938 wurde unter dem Einfluss des SD der Plan der Umwandlung der Ausland-Hochschule in eine Auslandswissenschaftliche Fakultät und der gleichzeitigen Aufbau des direkt dem Reich unterstellten Deutschen Auslandswissenschaftlichen Instituts (DAWI) gefasst. Auch die (Deutsche) Hochschule für Politik, die mit der Schinkel'schen Bauakademie über ein repräsentatives Gebäude und eine gut ausgestattete Bibliothek sowie ein umfangreiches Pressearchiv verfügte, sollte dann 1939 dem REM unterstellt und in die neue Fakultät und das DAWI einbezogen werden. REM und Reichspropagandaministerium beauftragten im September/Oktober 1939 den SD-Funktionär Alfred Six mit der Gründung des neuen zentralen Auslands-Instituts und der Fakultät.

Provenienzmerkmale

GND-Normdaten

Literatur

  • Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. v. Ingo Haar und Michael Fahlbusch, München 2008, S.149 ff. ISBN 978-3-598-11778-7
  • Botsch, Gideon: "Politische Wissenschaft" im Zweiten Weltkrieg. Die "Deutschen Auslandswissenschaften" im Einsatz 1940-1945, Paderborn [u.a.] 2006. Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss., 2003. ISBN 3-506-71358-2