August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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August Heinrich Hoffmann, bekannt unter dem Namen Hoffmann von Fallersleben (* 2. April 1798 in Fallersleben; † 19. Januar 1874 in Corvey) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter, Bibliothekar und Professor.

Leben

Hoffmann begann im Jahr 1816 ein Studium der Theologie, wechselte später aber in die Germanistik und Deutsche Philologie. 1823 trat er eine Bibliothekarsstelle an der Universität Breslau an und wurde ab 1830 Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Breslau.

Aufgrund seiner liberalen und als antipreußisch gedeuteten Einstellung, die sich in seiner Schrift „Unpolitische Lieder” äußerte, wurde Hoffmann 1842 aus dem Staatsdienst entlassen, seiner Professur enthoben und musste Preußen und das Königreich Hannover verlassen.

Im Jahr 1860 übernahm er auf Empfehlung von Franz Liszt die Leitung der Schlossbibliothek Corvey von Herzog Viktor von Ratibor.

Privatbibliothek

Hoffmann sammelte alte Schriften aus verschiedenen Sprachen und baute eine eigene Privatbibliothek auf. Schwerpunkte seiner Sammlung waren altdeutsche Poesie, deutsche Grammatik, deutsche Mundarten, deutsche Literaturgeschichte und Poesie, Volksbücher, deutsche und schlesische Dichter.[1]

Nach der Enthebung seiner Professur und der Streichung seiner Pensionsansprüche war Hoffmann gezwungen, einen Teil seiner Privatbibliothek zu veräußern.[2] Im Mai 1843 ließ Hoffmann 970 Bücher in Breslau versteigern.[3] Im Jahr 1846 fertigte Hoffmann eine Aufstellung des verbliebenen, nach seinen Aussagen „werthvollste[n]“ Teils mit 1101 Positionen aus Handschriften, Abschriften, Holzschnitten und Büchern an.[4] Das Angebot „für die ganze hier verzeichnete Bibliothek ist 2000 Thaler preuss. Courant“[5], wie er im Vorbericht schrieb.

Ein kleiner Teil aus Hoffmanns Bibliothek – mit handschriftlichen Vermerken und dem eigenen Bibliotheksstempel – wurde schließlich nach seinem Tod durch seine Nachkommen in einer Auktion bei Karl Ernst Henrici in Berlin im Jahr 1929 versteigert.[6]

Provenienzmerkmal

Ermittelte Exemplare

86 Titel aus der Privatbibliothek Hoffmanns gelangten in die Bibliothek des Hoffmann von Fallersleben-Museums in Wolfsburg.[7]

Weitere Bände aus der Bibliothek finden sich in:

SBB-PK:

HAAB Weimar und SUB Göttingen:

Quellen

  • Bibliotheca Hoffmanni Fallerslebensis. Leipzig: Selbstverlag 1846.
  • Karl Ernst Henrici, Auktionskatalog. Versteigerung 156. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Handschriftliches, Bücher, Schriften, Gelegenheitsdrucke aus seinem Nachlass, Berlin 1929. Digitalisat

Literatur

  • Adalbert Elschenbroich, „Hoffmann von Fallersleben, Heinrich“, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 421-423 Online-Version
  • Alwin Müller-Jerina, „Bibliothek des Hoffmann von Fallersleben-Museums“, Stand: September 1996, in: Bernhard Fabian (Hg.), Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Hildesheim 2003. Online-Version

Weblinks

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Vgl. Bibliotheca Hoffmanni Fallerslebensis.
  2. Vgl. Ebd.
  3. Vgl. Poettgens, Hoffmann von Fallersleben, S. 35.
  4. Vgl. Bibliotheca Hoffmanni Fallerslebensis.
  5. Ebd.
  6. Vgl. Henrici, Auktionskatalog.
  7. Vgl. Müller-Jerina, „Bibliothek des Hoffmann von Fallersleben-Museums“.