Armand Dorville

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Armand Dorville (* 18. Juli 1875 in Paris; † 28. Juli 1941 in Cubjac, Frankreich) war ein französischer Kunstsammler und Anwalt, dessen Kunstsammlung während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis geplündert wurde.

Leben und Kunstsammlung

Armand Isaac Dorville war Rechtsanwalt am Berufungsgericht von Paris, ehemaliges Mitglied des Anwaltsrates, Ritter der Ehrenlegion und ein großer Kunstsammler, der auf dem Pariser Kunstmarkt und in Museen sehr bekannt war.

Bedroht als Jude durch die antisemitische Politik, die von den Deutschen und dem Vichy-Regime ab September 1940 eingeführt wurde, musste er seine Pariser Wohnung verlassen und in die "freie Zone" flüchten, um sich in der Dordogne niederzulassen. Dabei nahm er auch die 450 Werke seiner Sammlung mit.

Nach seinem Tod im Juli 1941 erbten sein Bruder und seine Schwestern gemäß seinem Testament das Nutzungsrecht an seinen Vermögen, während seine Nichten das bloße Eigentum erhielten. Die Erben von Armand Dorville, die alle Juden waren, waren zu diesem Zeitpunkt zunehmend von der antisemitischen Politik bedroht.

In diesem Klima der Angst wurde das Erbe von Armand Dorville eröffnet, während sein Freund und Mitarbeiter Jacques Pfeiffer, der als Testamentsvollstrecker benannt wurde, in Deutschland in Gefangenschaft gehalten wurde.

Nach seiner Freilassung im November 1941 übernahm Jacques Pfeiffer die Abwicklung des Nachlasses und organisierte die öffentliche Versteigerung der Sammlung von Armand Dorville, sowohl um sie vor Plünderung oder "Arisierung" durch die Vichy-Behörden zu schützen als auch um die Flucht der Familienmitglieder nach Spanien oder in die Schweiz zu finanzieren.

Zwischen dem 24-27. Juni 1942 fand im Hotel Savoy in Nizza die Versteigerung der Sammlung von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen von Armand Dorville statt.

Leider wurde das Commissariat Général aux Questions Juives (Generalkommissariat für jüdische Angelegenheiten) bereits am ersten Tag auf den Verkauf aufmerksam und ernannte einen vorläufigen Verwalter, Amédée Croze, mit dem Auftrag, die Güter aus dem Dorville-Erbe zu "arisieren".

Durch die Anwesenheit des kommissarischen Verwalters wurde den Erben von Dorville nicht nur jede Möglichkeit genommen, ihren Willen während der Versteigerung zu äußern, sondern nach Abschluss des Verkaufs wurde die Sammlung vollständig zerstreut und der Erlös vom kommissarischen Verwalter einkassiert.

Die Erben wurden somit beraubt, und kurz nach dem Verkauf wurden eine der Schwestern von Armand Dorville, ihre beiden Töchter und ihre zwei kleinen Enkelinnen im Alter von zwei und vier Jahren in Megève festgenommen, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Erst vor kurzem konnte dank der Forschungen der Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Emmanuelle Polack und der vom Genealogiebüro ADD ermittelten rechtmäßigen Erben von Armand Isaac Doprville ein Überblick über die Enteignungen ihre Familie erstellt werden.

Provenienzmerkmale

Ermittelte Exemplare

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