Arbeiterbibliothek (Rathenow)

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Die Arbeiterbibliothek zu Rathenow war von 1899 bis 1933 eine Zentralbibliothek mit einem belletristischen und wissenschaftlichen Bestand.[1]

Geschichte

Die Arbeiterbibliothek wurde 1899 auf Beschluss des Gewerkschaftskartells gegründet und führte einzelne kleine Gewerkschaftsbibliotheken der Region an zentraler Stelle zusammen. Zu den Leitern der Bibliothek zählten Wilhelm Walslebe, Ernst Möhring und Otto Früngel.

Die Bibliothek zog im Laufe der Jahrzehnte mehrmals um und war zuletzt im alten Rathaus in Rathenow untergebracht. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden der Bibliothek die Räumlichkeiten gekündigt, sodass der Bestand kurzfristig in das Gewerkschaftshaus in der Großen Hagenstraße verlegt wurde. Die Bibliothek wurde am 2. Mai 1933 von der Gestapo beschlagnahmt. Einige Bücher hatten zuvor noch an Gewerkschaftsmitglieder verteilt werden können. Ein Teil des Bestandes wurde in der Folge an die Stadtbibliothek in Rathenow abgegeben und der Rest vernichtet.[2]

Bestandsaufbau

Der Gründungsbestand belief sich auf 210 Bände. Der Bestand der Bibliothek erweiterte sich im Laufe der Jahre, zum Beispiel auch durch die Übernahme des Buchbestandes des Sozialdemokratischen Wahlvereins mit 300 Bänden im Jahr 1903 und später der Bibliothek der Buchdrucker-Gewerkschaft. Im Jahr 1913 war der Bestand bereits auf 1.290 Bände angewachsen. Im Jahr 1929 belief er sich schließlich auf 4.555 Bände.[3]

Provenienzmerkmale

Ermittelte Exemplare

SBB-PK:

SLUB Dresden:

Literatur

  • Rudi Gernitz, Auf den Spuren der Rathenower Arbeiterbibliothek, in: Rathenower Heimat Kalender 22 (1978), S. 21–23.
  • Ilse Schumann, Gabriele Reinhardt, Über ehemalige Arbeiterbibliotheken 1899-1933 im heutigen Bezirk Potsdam, Potsdam 1984. [v.a. S. 27ff.]

GND-Normdaten

Einzelnachweise

  1. Vgl. z.B. Schumann, Reinhardt, Über ehemalige Arbeiterbibliotheken, S. 30.
  2. Vgl. Gernitz, Auf den Spuren der Rathenower Arbeiterbibliothek, S. 22.
  3. Vgl. Gernitz, Auf den Spuren der Rathenower Arbeiterbibliothek, S.21f.; Schumann, Reinhardt, Über ehemalige Arbeiterbibliotheken, S. 27–33.