Adolf von den Velden

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Dr. Adolf von den Velden (* 24. Dezember 1853 in Frankfurt am Main; † 4. Juli 1932 in Weimar) war Chemiker und Maler, er lebte ab 1892 mit seiner Familie in Weimar.

Leben und Verfolgung der Familie

Adolf Emil von den Velden studierte in Stuttgart und Leipzig Chemie und wurde 1877 mit einer Arbeit über Oxybenzoesäuren promoviert. Anfang der 1880er Jahre war er als Direktor einer Anilinfabrik in Buffalo/USA tätig. Danach folgte er seinen künstlerischen Interessen und nahm Unterricht am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main, studierte an der Preussischen Akademie der Künste in Berlin und an der Großherzoglichen Badischen Kunstschule in Karlsruhe. Er trat zunächst überwiegend als Landschafts- und Tiermaler auf. Später stellte von den Velden eine Verbindung zu seinem anderen wichtigen Interessengebiet, der Genealogie, her. Er wurde zu einem gefragten Maler von Ahnentafeln und Familienstammbäumen. Eine von ihm zusammengestellte Übersicht zeigt Abbildungen seiner genealogischen Wandteppiche.

Im Jahr 1886 schloß er die Ehe mit Else Schadow (geb. 1863). Die von ihm verfaßte "Geschichte des alten brabantischen Geschlechtes van den Velde oder von den Velden" zeigt auch die Stammlinie seines Familienzweiges bis zu den Kindern der Eheleute. Adolf von den Velden starb im Juli 1932. Zu diesem Zeitpunkt lebte von seinen vier Kindern nur noch die Tochter Esther. Esther von den Velden hatte an der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule in Weimar studiert und 1915 den österreichischen Offizier Kornel Abel geheiratet.

Seine Witwe Else von den Velden war aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ab 1933 zunehmend den Repressalien des NS-Regimes ausgesetzt. Sie starb im März 1942, ihre Tochter Esther Abel nahm sich wenige Wochen später angesichts der ihr drohenden Deportation das Leben. Zur Erinnerung an Else von den Velden und Esther Abel wurden im Oktober 2015 zwei Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie in der Freiherr-vom-Stein-Allee (damals Carl-Alexander-Allee) verlegt, die Klassik Stiftung Weimar übernahm die Patenschaft (hier eine Übersicht zu den in Weimar verlegten Stolpersteinen).

Bibliothek

Die genealogischen Interessen Adolf von den Veldens spiegeln sich in seiner Büchersammlung. So finden sich viele Bände zu familiengeschichtlichen und heraldischen Themen unter den zwischen 1935 und 1939 in die Thüringische Landesbibliothek gelangten Büchern. Nicht wenige von ihnen weisen Spuren intensiven Arbeitens auf, es finden sich zahlreiche Notizen und Anstreichungen.
Im Jahre 2013 erfolgte die Restitution der Bände. Im Anschluß wurden sie durch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek erworben, einen Sammelband mit zwei Werken von Guillaume Budé aus dem 16. Jahrhundert ([1] und [2]) schenkten die Erben der HAAB.

Der Online-Katalog "NS-Raubgut in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek" verzeichnet seine in der HAAB aufbewahrte Büchersammlung.

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Literatur

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