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Arbeitskreis Provenienzforschung und Restitution - Bibliotheken

Arbeitssitzung auf dem neunten Arbeitskreistreffen in der Stadtbibliothek Bautzen, 26. April 2018. Foto: Scarlett Reuter

Im März 2014 schlossen sich Provenienzforschende aus Deutschland und Österreich zum Arbeitskreis "Provenienzforschung und Restitution – Bibliotheken" zusammen. Der Arbeitskreis beschäftigt sich vor allem mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in Bibliotheken.

Inzwischen gehören dem Arbeitskreis über 150 Provenienzforschende aus Deutschland, Österreich, Polen und anderen europäischen Ländern an.

NS-Raubgut und bibliothekarische Provenienzforschung

Bibliotheken und ihre Mitarbeiter:innen suchen seit mehr als zwanzig Jahren nach einzelnen Büchern und ganzen Büchersammlungen, die sich zu Unrecht in ihrem Besitz befinden. Provenienzforschung in Bibliotheken bedeutet fast immer den Umgang mit sog. „large-scale collections“. Mehrere Hunderttausend oder gar Millionen von Büchern, die bis 1945 entstanden sind, können nur mit hohem Aufwand Buch für Buch überprüft werden. Oft müssen zusätzliche Quellen wie Zugangsbücher herangezogen werden, um so über die Lieferantenangaben inkriminierte Erwerbungen zu ermitteln. Die Suche nach dem „richtigen“ Exemplar kann auch dann noch schwierig werden, wenn etwa individuelle Merkmale fehlen.
Die bibliothekarische Provenienzforschung hat schon umfangreiche Ergebnisse gebracht, die meist zeitnah über Bibliothekskataloge und Spezialdatenbanken frei zur Verfügung gestellt werden und so als Grundlage für die weitere Forschung dienen.

Dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste konnten bislang fast 40.000 Meldungen von Bibliotheken zu unrechtmäßig erworbenen Büchern und Sammlungen übermittelt werden (Stand Juni 2022), viele davon konnten bereits restituiert werden.

Restitution

Die meisten in der NS-Zeit geraubten Büchersammlungen sind in der Folge fragmentiert und zerstreut worden. Provenienzforschende finden einzelne Bände mit den gleichen Provenienzen deshalb in vielen Bibliotheken. Ein besonderes Anliegen des APR-Bib ist die Koordinierung gemeinsamer Restitutionsfälle, um Verfahren zu beschleunigen und die Eigentümer:innen bzw. Erb:innen möglichst wenig zu belasten.

Mitgliedschaft und Mailingliste

Die Mailingliste APR-Bib dient dem Informationsaustausch unter den Mitgliedern und der Vorbereitung der zweimal jährlich stattfindenden Arbeitskreistreffen. Glechzeitig gelten die angemeldeten Nutzer:innen der Mailingliste APR-Bib als Mitglieder des Arbeitskreises. Die Mailingliste APR-Bib wird von der Staatsbibliothek zu Berlin gehostet.

Weitere Informationen und Anmeldung: Mailingliste APR-Bib

Geschäftsstelle

Als Geschäftsstelle des Arbeitskreises fungiert seit Mai 2017 die Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv).

Kontakt

Literatur

  • Der Arbeitskreis Provenienzforschung und Restitution – Bibliotheken, in: Provenienz & Forschung 1/2018, S. 64 f.

Weblinks